
NBA und NFL in der Stadt
Kritik an Mega-Events: Berlin dient als „Marketingkulisse“
13.01.2026 – 17:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst die NFL, jetzt die NBA: Amerikanische Sportligen halten Spiele in Berlin ab. Die Linke übt scharfe Kritik am Senat – und an den Ticketpreisen.
Anfang November 2025 war bereits die National Football League (NFL) in Berlin zu Gast, am kommenden Donnerstag zieht die National Basketball Association (NBA) nach. Am 15. Januar tritt das Team der Orlando Magic gegen die Memphis Grizzlies in der Uber Arena an – mit satten Ticketpreisen.
Das billigste Ticket lag beim Vorverkaufsstart Mitte November bei 80 Euro und war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Danach waren nur noch Tickets übrig, die teilweise bis zu 990 Euro pro Person kosten.
Kristian Ronneburg, sportpolitischer Sprecher der Linken, hält die Preise für die meisten Fans für „schlichtweg unerschwinglich“, sagt er der Berliner Lokalredaktion von t-online. „Nicht nur die begrenzten Plätze, sondern auch die Preise trüben die Lust vieler Fans an diesen Mega-Events“, so Ronneburg weiter.
Dennoch begrüßt der Linken-Politiker, dass die Ligen reguläre Spiele auch in Berlin stattfinden lassen. Er plädiert aber dafür, „keine öffentlichen Mittel für Spiele bereitzustellen, die auf kommerzieller Basis stattfinden“. Aktuell investiert der Senat in drei NFL-Spiele bis 2029 rund 12,5 Millionen Euro, und das laut Ronneburg in „Zeiten knapper Kassen und Haushaltskürzungen“.
Der Senat begründet diese Investitionen überwiegend mit dem Argument der „Stadtrendite“: Durch das Event würde die Touristikbranche der Stadt profitieren. Die Linke-Fraktion betrachtet dieses Argument als kritisch. Wissenschaftler hätten aufgezeigt, dass die „Stadtrendite-Modelle untauglich sind, um den echten Nutzen dieser Veranstaltungen objektiv darstellen zu können“, so Ronneburg.
Auch Klara Schedlich, sportpolitische Sprecherin der Berliner Grünen, hält das Argument der „Stadtrendite“ für falsch: Zwar gebe es in der Zeit vermutlich mehr Touristen in der Stadt, aber „langfristig entstehen daraus keine positiven Effekte“, sagt Schedlich der Berliner Lokalredaktion von t-online. Bei den Football- und Basketball-Veranstaltungen handelt es sich ihrer Meinung nach „um hochkommerzielle Events amerikanischer Profiligen, die Berlin in erster Linie als Marketingkulisse nutzen“.



