Am Silvesterabend kam es in Le Constellation, einer Bar im Schweizer Skigebiet Crans-Montana, zu einem tödlichen Feuer, bei dem etwa 40 Menschen ums Leben kamen und 119 verletzt wurden, die meisten von ihnen waren Teenager.
Als sich Fotos und Videos des Vorfalls online verbreiteten, kursierten auch irreführende Inhalte und KI-generierte Bilder, was zu falschen Narrativen und widersprüchlichen Berichten darüber führte, dass die Ursache des Feuers eine Explosion war.
The Cube, das Faktenprüfteam von Euronews, hat mehrere Videos und Bilder identifiziert, die nach der Tragödie online kursierten.
Der Brand brach in den frühen Morgenstunden des 1. Januar aus und verwandelte die Silvesterfeierlichkeiten in eine der schlimmsten Tragödien der letzten Zeit in der Schweiz.
Online geteilte und von The Cube überprüfte Videos, die zum Inneren des Gebäudes passen, zeigen, wie sich Flammen an der Decke eines Barbereichs ausbreiten, wobei ein Partygänger versucht, das Feuer mit einem Gegenstand zu löschen, bei dem es sich offenbar um ein Kleidungsstück oder ein Stück Taschentuch handelt.
Aufnahmen, die scheinbar später von außerhalb des Veranstaltungsortes aufgenommen wurden, zeigen Menschen, die verzweifelt versuchen zu fliehen, während das Innere der Bar durch die Fenster in Flammen steht.
Die Schweizer Behörden haben Hinweise darauf, dass es sich bei dem Feuer um einen Angriff handelte, zurückgewiesen und bestätigt, dass es sich offenbar um einen Unfall handelte.
Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte am Freitag, eine vorläufige Untersuchung habe ergeben, dass das Feuer durch Wunderkerzen verursacht worden sei, die an Champagnerflaschen angebracht waren, die zu nahe an der Decke gehalten wurden.
Ein vom französischen Nachrichtensender BFMTV geteiltes Bild, das mit der Täfelung, den Rohren und der Wanddekoration der offiziellen Bilder aus dem Keller der Bar übereinstimmt, zeigt Nachtschwärmer, die Champagnerflaschen mit Wunderkerzen hochhalten, und ein kleines Feuer, das an der Decke brennt.
Ein Polizeisprecher, der vor Ort war, bezeichnete den Brand zunächst als „Explosion unbekannter Ursache“, was unmittelbar nach dem Vorfall im Internet für Verwirrung sorgte. Dies führte dazu, dass mehrere Social-Media-Konten falsche Darstellungen darüber verbreiteten, dass es sich bei dem Brand um eine Explosion gehandelt habe.
Bis zum Morgen des 1. Januar hatten die Schweizer Behörden ausgeschlossen, dass der Brand durch einen Angriff verursacht worden war, und am 2. Januar wurde bekannt gegeben, dass die Wunderkerzen der wahrscheinliche Auslöser waren.
Irreführende Bilder
Berichte, in denen behauptet wurde, das Feuer sei durch eine Explosion verursacht worden, vermischten reale Bilder der Folgen des Brandes mit falschen und irreführenden Bildern.
Ein Bericht, der behauptete, die „Explosion“ habe Le Constellation erschüttert, veröffentlichte ein unbestätigtes Foto der Außenseite des Gebäudes sowie ein undatiertes Bild eines Silvesterfeuerwerks über dem Hafen von Sydney.
Die Behörden erklärten am Donnerstag, dass das, was einige Zeugen als „Explosionen“ bezeichneten, wahrscheinlich verursacht wurde, nachdem das erste Feuer einen sogenannten Flashover ausgelöst hatte, der dazu führte, dass sich alles im Raum in sehr kurzer Zeit fast gleichzeitig entzündete.
Ein weit verbreitetes Bild auf X und Instagram soll Rettungskräfte nach dem Brand zeigen.
Dieses Foto stammt jedoch nicht aus der Schweizer Tragödie. Es zeigt Einsatzkräfte am Ort einer Gasexplosion im Jahr 2019 in Polen.
Mehrere Nachrichtenseiten haben das Bild fälschlicherweise geteilt und behauptet, es zeige die Folgen in Crans-Montana.
Ein weiteres weithin geteiltes Video auf
Dieses Video zeigt nicht das Feuer in Crans Montana, sondern geht auf ein Feuer zurück, das während einer Feuershow Ende Dezember in einem Restaurant auf Bali ausbrach und bei dem es keine Todesopfer gab.
An anderer Stelle teilten Social-Media-Nutzer Bilder, die angeblich von den Nachwirkungen der Tragödie stammen und offenbar von KI erzeugt wurden.
Ein auf X weit verbreitetes Bild zeigt angeblich Rettungskräfte, die vor einem verbrannten Gebäude mit einem „Le Constellation“-Schild arbeiten.
Vergleiche dieses Fotos mit dem tatsächlichen Äußeren des Veranstaltungsortes zeigen deutlich, dass es sich bei diesem Foto um eine Fälschung handelt.
Am 3. Januar kündigte die Schweizer Staatsanwaltschaft die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen die Barbesitzer an, denen fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung vorgeworfen werden.
