„Traurige Realität“

Benko-Pleite führt über 120 Jahre altes Unternehmen in die Insolvenz

21.11.2025 – 08:47 UhrLesedauer: 2 Min.

René Benko (Archivbild): Ein Unternehmen aus Baden-Württemberg blieb auf unbezahlten Forderungen sitzen. (Quelle: Expa/Johann Groder/APA/dpa)

Die Metallbau Früh GmbH aus Umkirch ist pleite. Ursache ist die Insolvenz der Signa-Gruppe. Auch in Freiburg hat das Folgen.

Eine „traurige Realität“, nannte Firmenchef Anton Früh die Insolvenz in der „Badischen Zeitung“. „Die Metallbau Früh GmbH ist tot.“ Das Amtsgericht Freiburg setzte Rechtsanwalt Uwe Rottler als Insolvenzverwalter ein.

Metallbau Früh hatte für ein Luxuskaufhausprojekt der Signa-Gruppe in Wien Fassadenelemente im Wert von mehreren Millionen Euro gefertigt. Wegen der Insolvenz der Signa-Gruppe blieben Zahlungen in Höhe von 6,7 Millionen Euro aus. Der Insolvenzverwalter der Signa-Gruppe fordert zudem bereits geleistete Zahlungen zurück, da angeblich Kenntnis über die Zahlungsunfähigkeit bestanden habe. Der Geschäftsführer der Metallbau Früh GmbH bestreitet dies, der Fall befindet sich im Rechtsstreit.

Das Unternehmen wurde 1905 von Schmiedemeister Anton Früh gegründet. Es ist spezialisiert auf Gebäudehüllen aus Metall und Glas. Der Betrieb konzentrierte seine Kapazitäten vollständig auf das Benko-Großprojekt in Wien und schob andere Aufträge auf. Der neue Eigentümer des Bauprojekts in Österreich plane nun, anstelle des Kaufhauses Wohnungen zu errichten, was bedeutet, dass die bereits gefertigten Bauteile nicht mehr verwendet werden. Diese werden auf dem Firmengelände zwischengelagert und sollen entsorgt werden.

Die Insolvenz wirkt sich auch auf andere Projekte der Metallbau Früh GmbH aus, darunter die Sanierung der Fassade der Universitätsbibliothek Freiburg. Das Land Baden-Württemberg hatte dem Metallbauunternehmen eine letzte Frist gesetzt. Den Auftrag dann aber zurückgezogen, weil Früh nicht lieferte.

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