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Politik

Messerattacke am Holocaust-Mahnmal – Prozess beginnt

wochentlich.deVon wochentlich.de21 November 20253 Min Gelesen
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Messerattacke am Holocaust-Mahnmal – Prozess beginnt
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Messerattacke am Holocaust-Mahnmal – Prozess beginnt

Tourist attackiert

Messerattacke am Holocaust-Mahnmal – Prozess beginnt

Aktualisiert am 20.11.2025 – 13:16 UhrLesedauer: 4 Min.

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Der 19-Jährige ist unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt. (Quelle: Sebastian Christoph Gollnow/dpa/dpa-bilder)

Seine Tour durch Berlin führt den Spanier zur Gedenkstätte, die an die Ermordung der Juden erinnert. Der Angreifer soll den Ort gezielt für seine Tat gewählt haben. Vor Gericht schweigt er dazu.

Er wollte Juden töten. Davon ist die Bundesanwaltschaft im Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter vom Holocaust-Mahnmal in Berlin überzeugt. Neun Monate nach der beinahe tödlichen Messerattacke auf einen spanischen Besucher der Gedenkstätte unweit des Brandenburger Tors sitzt der 19-jährige Syrer zunächst vermummt mit Mütze, Schal und Sonnenbrille in Berlin auf der Anklagebank.

Als Kameraleute und Fotografen auch aus Spanien den Gerichtssaal verlassen haben, zeigt der Angeklagte sein jugendliches Gesicht unter welligem, dunklem Haar. Wassim Al M. wirkt schmächtig und unsicher. Er habe seinem Mandanten geraten, zunächst von seinem Recht zu Schweigen Gebrauch zu machen, erklärte Verteidiger Daniel Sprafke nach Verlesung der Anklage vor dem Kammergergericht der Hauptstadt.

Die Bundesanwaltschaft geht von einer radikal-islamistisch und antisemitisch motivierten Tat aus. Sie wirft dem 19-Jährigen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und versuchte Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vor. Am 21. Februar soll der Angeklagte aus Sachsen in die Hauptstadt gefahren sein, um im Namen des „Islamischen Staats“ (IS) den Angriff zu verüben.

Wassim Al M. sei Anhänger der Ideologie der terroristischen Organisation des IS gewesen, so Staatsanwältin Katrin Fischer bei der Verlesung der Anklage. Wegen dieser Gesinnung und „angetrieben durch die Eskalation des Nahostkonflikts“ habe er im Namen des IS einen Angriff auf einen Menschen begehen und diesen töten wollen.

Die Tatwaffe – ein Messer mit einer 16 Zentimeter langen Klinge – soll er sich im Internet beschafft haben. Ziel war, so die Anklage, „damit das Leben eines ihm unbekannten Tatopfers, nach Möglichkeit jüdischer Glaubenszugehörigkeit, als Repräsentanten der von ihm abgelehnten freiheitlichen Gesellschaft auszulöschen“.

Kurz vor der Tat habe der 19-Jährige über einen Messengerdienst ein Foto von sich an Mitglieder des IS übersandt und sich als Mitglied angedient. In der Tat habe er eine „Art religiösen Auftrag“ gesehen, so Oberstaatsanwalt Michael Neuhaus am Rande des Prozesses. Spätestens seit 2024 habe sich Wassim Al M. radikalisiert.

Laut Anklage wählte der 19-Jährige das Holocaust-Mahnmal als Tatort, weil er davon ausging, dort „mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Menschen jüdischen Glaubens“ zu treffen. Das Denkmal für die ermordeten Juden in Europa des Architekten Peter Eisenman erinnert an die sechs Millionen Juden, die unter der Herrschaft der Nationalsozialisten ermordet wurden.

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