Max Weber ist einer der bekanntesten deutschen Sozialwissenschaftler. Auch heute noch ist er einer der am häufigsten zitierten Soziologen. Seit Jahrzehnten analysieren und diskutieren Wissenschaftler sein Buch über die Beziehung zwischen Religion und Kapitalismus: „Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus“. Auch mehr als 100 Jahre nach seinem Tod werden seine Werke – Beschreibungen der modernen Welt – immer wieder auf der ganzen Welt gelesen, übersetzt und neu interpretiert. Selbst Menschen, die noch nie viel mit Max Weber zu tun hatten, dürften einige seiner Aussagen kennen, vermutet die Wochenzeitung Die Zeit: Etwa, dass Politik wie „das Bohren durch harte Bretter“ sei und „Leidenschaft und Augenmaß“ voraussetze “ – ein Zitat aus seinem legendären Vortrag „Politik als Beruf“ aus dem Jahr 1919.
Max Weber liebte es, die traditionellen Grenzen zwischen den Fächern zu überschreiten. Seine Forschung umfasste die historischen, kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Wissenschaften. Geprägt wurde seine schöpferische Vielfalt auch durch die interdisziplinären Gelehrtenkreise der Universitätsstadt Heidelberg, in der er viele Jahre als Professor tätig war. Diese und viele weitere Informationen liefert Weber-Experte Jürgen Kaube in seiner im Jubiläumsjahr erschienenen Biografie über das faszinierende Wirken und Leben des deutschen Gelehrten. Gewiss, in Heidelberg wurde abseits des Mainstreams gedacht und sogar gelebt.
Weber genießt weltweit Respekt
Maximilian Carl Emil Weber wurde am 21. April 1864 im thüringischen Erfurt als „Angehöriger der bürgerlichen Klasse“ geboren, wie er selbst betonte. Weber studierte von 1882 bis 1886 Rechtswissenschaften, Nationalökonomie, Philosophie und Geschichte in Berlin an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität. Später war er als Professor in Forschung und Lehre in Berlin, Freiburg, Heidelberg und München tätig . Politisch vertrat er lange Zeit nationalistische Ansichten, wie viele Intellektuelle seiner Zeit; doch nach dem Ersten Weltkrieg stellte er sich auf die Seite der linksliberalen Demokraten.
Webers Schriften entfalteten schon sehr früh internationale Wirkung: „Bereits 1897 wurden seine 1894 und 1896 erschienenen Schriften über die Börse ins Russische übersetzt. Seitdem sind seine Werke in vielen Sprachen erschienen“, so die Max-Weber-Stiftung. Die geisteswissenschaftliche Forschungseinrichtung hat die Rezeption von Webers Werken eingehend analysiert. So beschäftigt sich beispielsweise in Japan in den letzten Jahren eine neue Generation von Forschern mit den herausragenden soziologischen Ideen Webers, die auch über 100 Jahre später noch nachwirken.
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