
Trotzdem schreiben Sie in Ihrem Buch, dass Ihre Seele zeitweise erschöpft war. Was heißt das?
Ich gebe sehr viel, wenn ich mit Menschen unterwegs bin oder wenn ich auf der Bühne stehe. Musik ist für die Ewigkeit, deswegen muss sie fucking gut sein. Ich habe das Gefühl, dass ich 1.000 Prozent geben muss. Manchmal spüre ich dann eine Leere, die zu Traurigkeit führen kann.
Ist das heute immer noch so?
Ja. Aber ich weiß, dass es ein Ende hat. Wäre es endlos, würde meine Familie das nicht aushalten. Aber wenn ich traurig bin, dann will ich diesen traurigen Moment auch durchleben dürfen. Wir wollen, dass es uns immer gut geht, aber manchmal sind wir eben traurig. Wenn ich das Gefühl zulasse und durchlebe, dann wird danach alles wieder gut.
Warum zeigen Sie sich so privat?
Jeder, der sich für mich interessiert, weiß, dass ich eine tolle Frau habe, mit der ich seit 25 Jahren Zeit verbringe. Ich habe schon tausendmal erzählt, was Josephine mir bedeutet. Aber ich wollte mit dem Buch etwas anderes zeigen. Es hat Spaß gemacht, all die Erinnerungen durchzugehen, gerade, weil sie bisher noch keiner kannte. Ich will zeigen, was mich geprägt hat.
Wie war es, diese Erinnerungen noch einmal zu durchleben?
Das Schreiben war ein schöner Prozess. Ich habe meistens nachts geschrieben, das hat nicht immer gut funktioniert. Manchmal habe ich laut gelacht.
Welche Erinnerungen haben Sie zum Lachen gebracht?
Die an das Gesicht meines Vaters, wie er mich anschaute und fragte: „Was hast du dir dabei wieder gedacht?“ Oder daran, wie ich einmal aus Wut mit der Faust in das Garagentor meiner Eltern ein Loch geschlagen habe und meine Mutter nur sagte: „Das reparieren wir.“ Unglaubliche Eltern, unglaubliche Zeiten.













