Prozess in Hamburg
Zeuge berichtet von Treffen zwischen Block und mutmaßlichen Entführern
Aktualisiert am 11.12.2025 – 10:46 UhrLesedauer: 2 Min.

Der mutmaßliche Chefentführer bringt Christina Block in Bedrängnis: Er berichtet von einem Treffen mit ihr kurz vor der Silvesternacht. Sie habe den mutmaßlichen Entführern gedankt.
Am Donnerstag, dem 25. Verhandlungstag im Prozess gegen Christina Block, sagt der Kronzeuge und mutmaßliche Strippenzieher David B. weiter vor Gericht aus. Er berichtet von detaillierten Vorbereitungen auf die Entführung in der Silvesternacht 2023/24. Eine Sache belastet Block besonders.
B. sei derjenige gewesen, der ein entscheidendes Treffen am 28. Dezember anberaumt hatte: zwischen dem mutmaßlichen Entführer-Team und Block. Es sei für alle Beteiligten wichtig gewesen, dass alle nicht nur von B., sondern von der Mutter selbst hörten, dass sie das Richtige taten. Dass sie im Namen der Familie Block arbeiteten und sie keinerlei rechtliche Probleme haben würden in Deutschland.
B. ist der Chef des israelischen Sicherheitsunternehmens „Cyber Cupula“, das die Entführung durchgeführt haben soll. Er konnte einen Deal mit der Staatsanwaltschaft aushandeln: Der Haftbefehl gegen ihn wurde ausgesetzt, dafür sagt er ausführlich vor Gericht aus.
„Ich kenne Christina gut: Ich habe Stunden mit ihr verbracht. Und ich bin mir sicher, als sie meinem Team gesagt hat, dass wir das Richtige tun würden, hat sie daran geglaubt“, berichtet David B. Und er fügt hinzu: „Sie hat das Richtige getan“. Während er spricht, schaut er Block direkt an, die nur etwa einen Meter von ihm entfernt sitzt.
Die Hamburger Unternehmerin hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen, etwas von der geplanten Entführung gewusst zu haben. Sie habe weder Kenntnis von den Plänen gehabt, noch dafür bezahlt. Die Aussagen von B. widersprechen dieser Darstellung. Bis zur Urteilsverkündung gilt die Unschuldsvermutung.
Block habe den mutmaßlichen Entführern bei dem Treffen Ende Dezember gedankt. Jeder in dem Raum sei der festen Überzeugung gewesen, dass sie die Kinder retten würden – und einer besorgten Mutter helfen würden.