
„Das kann kein Psychologe reparieren“
Block-Kinder sollen bis heute Todesangst haben
19.11.2025 – 17:38 UhrLesedauer: 3 Min.
Tag 23 im Prozess gegen Christina Block: Die Stiefmutter der entführten Kinder berichtet aus dem Alltag von Theo und Klara. Die Richterin fährt das Publikum an. Und der Prozess wird für drei Wochen unterbrochen.
Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat am Mittwoch die neue Ehefrau des Ex-Mannes von Christina Block ausgesagt. Die 39 Jahre alte Dänin Astrid Have saß im Zeugenstand nur wenige Plätze von der Angeklagten Christina Block entfernt.
Im Laufe ihrer Aussage wandte sie sich direkt an die Steakhaus-Erbin. „Theo wird heute 12“, sagte sie, „ich wäre lieber zu Hause.“ Und: Blocks Sohn Theo wünsche sich ebenso wie seine Schwester Klara nichts mehr, als dass seine Mutter endlich zugebe, was sie getan habe: „Das würde deinen Kindern helfen, Christina“, sagte Have.
Die Tochter von „Block House“-Gründer Eugen Block ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung des damals zehn Jahre alten Jungen und der 13-jährigen Tochter in der Silvesternacht 2023/24 erteilt zu haben. Sie bestreitet das.
In ihrer Aussage beschrieb die neue Frau von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel die Folgen der Entführung für die Familie. Die beiden Kinder seien sehr verändert gewesen, sagte Have, die seit 2020 mit Hensel verheiratet ist. Das Mädchen habe ihr erzählt, sie habe während der Entführung nach Deutschland „Todesangst“ gehabt.
Klara habe von Schmerzen berichtet, sagte die Stiefmutter. Den Geschwistern sei Klebeband über den Mund und um den Kopf gewickelt worden. Im Auto hätten die Entführer immer wieder ihren Kopf nach unten gedrückt. Die 13-Jährige habe davon Schmerzen im Nacken bekommen.
Nach der Rückkehr nach Dänemark hätten die Geschwister und auch die übrigen drei Kinder im Haushalt große Angst gehabt. Wochenlang seien sie nicht aus dem Haus gegangen. Wenn sie die Einkäufe gemacht habe, seien Nervosität und Angstzustände bei den Kindern besonders groß gewesen, sagt die Zeugin.
Nach mehrfachen Umzügen seien die Kinder erst wieder ab Ende April 2024 zur Schule gegangen. Die beiden hätten neue Namen angenommen, die sie vor der Einschulung geübt hätten. Zum Glück hätten sie neue Freunde gefunden. Bis heute gingen sie aber nicht gern aus dem Haus, seien ängstlich, wenn ihnen dunkel gekleidete Männer entgegenkämen, und hätten Albträume.
Besonders schlimm sei es bei Theo. „Theo hat Angst, an einem großen Fenster zu sitzen“, sagte die Zeugin. „Er hat Angst, dass er erschossen wird.“











