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Jüdische Gemeinde in Frankfurt fühlt sich noch immer bedroht

wochentlich.deVon wochentlich.de8 November 20252 Min Gelesen
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Jüdische Gemeinde in Frankfurt fühlt sich noch immer bedroht
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Jüdische Gemeinde in Frankfurt fühlt sich noch immer bedroht

Jüdische Gemeinde in Frankfurt

Sicherheitsbedenken: „Hass gegen Juden wird nicht verschwinden“

08.11.2025 – 17:27 UhrLesedauer: 2 Min.

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Menschen vor dem Eingang der Westend-Synagoge in Frankfurt (Archivbild). Viele Juden fühlen sich in Deutschland unsicher. (Quelle: Arne Dedert)

Frankfurts jüdische Gemeinde fühlt sich weiterhin bedroht. Mitglieder vermeiden religiöse Symbole in der Öffentlichkeit.

Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Frankfurt sind nach wie vor um ihre Sicherheit besorgt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann. Noch immer käme es zu Bedrohungen.

Gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS) erklärte Graumann, dass trotz der Waffenruhe im Gaza-Krieg weiterhin antisemitische Bedrohungen fortbestehen. „An der Sicherheitslage hat sich gar nichts verändert“, so Graumann.

Die Bedrohungslage wirkt sich konkret auf den Alltag aus. Viele Gemeindemitglieder lehnen Post ab, die sie als Mitglieder der jüdischen Gemeinde erkennbar macht. Eltern verbieten ihren Kindern, Davidsternketten zu tragen oder in der Öffentlichkeit Hebräisch zu sprechen. Graumann betont: „Diese Angst ist da und sie bedeutet Unfreiheit.“

Nach der Freilassung der letzten lebenden Geiseln der Hamas herrsche zwar Erleichterung. Die Lage für Juden in Deutschland bleibe dennoch schwierig. Graumann warnt: „Die Blauäugigkeit, zu denken, wenn dort jetzt Ruhe ist, wird hier wieder alles gut, gibt es nicht. Denn gar nichts ist gut.“ Der Glaube an eine schnelle Beruhigung der Situation sei nicht nur naiv, sondern gefährlich. „Der Hass gegen Juden wird nicht verschwinden.“

Anlässlich des Jahrestages der Pogromnacht am 9. November mahnte auch der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) die Bevölkerung dazu an, die Verbrechen gegen Jüdinnen und Juden nicht zu vergessen.

„Jüdisches Leben in Deutschland steht aktuell unter einem starken Druck“, erklärte Rhein. „Die Lage im Nahen Osten trägt dazu bei, antisemitische Gewalttaten zu befeuern und zu bagatellisieren. Doch dort, wo Jüdinnen und Juden bedroht, angefeindet oder angegriffen werden, dürfen wir nicht schweigen.“

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 kam es in ganz Deutschland zu gezielt koordinierten Ausschreitungen und Angriffen gegen das jüdische Leben in Deutschland. Synagogen wurden angezündet, Geschäfte geplündert und zerstört. Viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde wurden außerdem verhaftet und verschleppt oder ermordet.

Rhein erinnerte an die Zerstörung, die in der sogenannten „Pogromnacht“ geschah und forderte, dass sich die Gewalt niemals wiederholen dürfe.

Auch in Frankfurt gab es viele solcher Tatorte. Anlässlich des Jahrestages wurde auch eine App veröffentlicht, die Nutzern auf einer Karte die Tatorte sichtbar macht und Begleitinformationen liefert.

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