Rückkehr an Hochschule

Ex-AfD-Chef Meuthen unterrichtet wieder Beamte


01.04.2025 – 21:51 UhrLesedauer: 2 Min.

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Jörg Meuthen (Archivbild): Der ehemalige AfD-Chef lehrt nun wieder an der Hochschule Kehl. (Quelle: Christoph Soeder/dpa)

Jörg Meuthen hat seinen alten Job wieder. Der frühere AfD-Chef war von seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule Kehl beurlaubt, doch seit März steht er wieder am Pult.

Der frühere AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen lehrt seit Anfang März wieder und ist damit zurück an seiner alten Wirkungsstätte, der Hochschule Kehl. Er unterrichtet dort nun junge Beamtinnen und Beamte, die später Führungspositionen in der Verwaltung übernehmen werden, in Volkswirtschaftslehre.

Meuthens Lehrtätigkeit war seit 2016 unterbrochen. Damals war er für die AfD in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt worden. Nach Angaben von Hochschulrektor Joachim Beck wurde er deshalb beurlaubt, doch eine Rückkehr war schon damals Thema.

„Wenn der beurlaubte Hochschullehrer nach seiner Zeit als Parlamentarier wieder an die Hochschule zurückkehren will, dann muss die Hochschule ihm dies ermöglichen. Das ist die Gesetzeslage, an die wir gebunden sind“, hatte Beck erklärt.

Konkret wurde dies dann im vergangenen Herbst. Damals wurde bekannt, dass Meuthen ab dem 1. März wieder mit 18 Semesterwochenstunden in Kehl unterrichten werde. Die Initiative „Aufstehen gegen Rassismus“ aus dem benachbarten Offenburg hatte sich daraufhin an die Hochschulleitung gewandt. Gefragt wurde unter anderem nach einer Strategie, um die Rückkehr Meuthens in den Unterricht mit jungen Menschen zu verhindern.

Beck verwies daraufhin in einem Gespräch mit den „Badischen Neuesten Nachrichten“ auf das Neutralitätsgebot. „Herr Meuthen hat uns zugesichert, dass er sich strikt daran halten wird.“ Fachlich sei an dem Finanzwissenschaftler nichts auszusetzen. „Die Evaluationen zeigen, dass er ein hervorragender Dozent war.“ Die Hochschule ist mit rund 1.400 Studierenden relativ klein.

Er selbst sieht seine Rückkehr entspannt. „Ich sehe diese Rückkehr sorglos“, sagt Meuthen der „Zeit“. „Ich will das bewusst entpolitisieren.“ Auf Nachfrage der „Zeit“ äußert sich auch Beck über Meuthen. „Ein netter Kollege. Umgänglich, freundlich, fachlich kompetent“, sagt der Rektor. Meuthens AfD-Tätigkeit sei zwar „schrecklich“ gewesen, aber eben auch „seine Entscheidung“ und spiele jetzt keine Rolle mehr. Mehrere von dem Medium befragte Studentinnen und Studenten wissen nicht wer Meuthen ist. Einige haben Gutes über ihn als Dozenten gehört, andere sind sich nicht sicher, ob sie als Beamte mögliche Kritik überhaupt teilen dürfen.

Der heute 63 Jahre alte Ökonom Meuthen war 2017 für die AfD ins Europaparlament gezogen. Er verließ die Partei Ende Januar 2022 und begründete dies mit einem aus seiner Sicht zu radikalen Kurs vieler AfD-Spitzenfunktionäre. In der Europäischen Volksvertretung wurde er danach bis zu seinem Ausscheiden im vergangenen Sommer als fraktionsloser Abgeordneter geführt. Kurz war Meuthen in der Zentrumspartei. Im September 2024 wurde er Mitglied der von Hans-Georg Maaßen geführten konservativen Partei Werteunion.

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