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Infektionsrisiko durch frische Säfte erhöht

wochentlich.deBy wochentlich.de23 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Infektionsrisiko durch frische Säfte erhöht
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Erreger gelangt durch Saft in den Körper

Tropenmediziner warnen Brasilien-Urlauber vor Chagas


23.01.2026 – 17:07 UhrLesedauer: 2 Min.

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Ein frisch gepresster Açaí-Saft in Brasilien könnte zu einer schlimmen Krankheit führen: Tropenmediziner warnen vor einem neuen Übertragungsweg von Chagas (Symbolbild). (Quelle: Kzenon via imago-images.de)

In Brasilien häufen sich derzeit Infektionen mit dem Chagas-Erreger, allerdings nicht durch Insektenstiche. Was Reisende beachten sollten.

Der Gedanke an eine Infektion mit einer Tropenkrankheit wie Chagas verbindet sich meist mit einem Insektenstich. Doch aktuell steckt sich in Brasilien kaum jemand auf diese Weise an. Stattdessen gelangen die gefährlichen Erreger über den Mund in den Körper, zum Beispiel durch frische Säfte, die auf lokalen Märkten verkauft werden.

Wie das Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (BCRT) meldet, registrieren Gesundheitsbehörden in Brasilien seit Monaten eine Zunahme oral übertragener Chagas-Infektionen. In allen Fällen hatten die Betroffenen frisch gepresste Fruchtsäfte konsumiert – vor allem aus Açaí-Beeren und Zuckerrohr.

Besonders betroffen sind demnach die Bundesstaaten Pará, Amapá und Bahia. Anfang Januar 2026 wurden in Pará drei neue Chagas-Infektionen sowie sieben Verdachtsfälle gemeldet, ein Mensch starb. In Macapá zählten Behörden laut BCRT seit 2025 bereits 36 bestätigte Fälle. In Bahia waren es zuletzt fünf akute Infektionen. Die Ursache waren auch hier kontaminierte Säfte.

Das BCRT rät Lateinamerika-Reisenden zu erhöhter Wachsamkeit. Wer auf frisch gepresste Säfte nicht verzichten möchte, sollte nur pasteurisierte Produkte konsumieren, so Tomas Jelinek, medizinischer Direktor des BCRT. Zudem schütze ein Moskitonetz beim Schlafen vor Stichen der nachtaktiven Raubwanze.

Auslöser der Chagas-Krankheit ist der Parasit Trypanosoma cruzi. Klassisch wird er durch den Biss von Raubwanzen übertragen, die in Lateinamerika weitverbreitet sind. Neuerdings beobachten Fachleute aber den oralen Übertragungsweg über Lebensmittel.

Raubwanzen ernähren sich vorwiegend von menschlichem oder tierischem Blut, können bei fehlenden Wirten aber auch auf pflanzliches Material ausweichen. Werden Säfte oder Wildfleisch unzureichend pasteurisiert oder gegart verzehrt, kann der Parasit auf diesem Weg in den menschlichen Körper gelangen.

Die Symptome nach einer Infektion sind unspezifisch und bleiben oft unerkannt. Die akute Phase dauert meist vier bis acht Wochen. Sie geht mit Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Kopfschmerzen oder vergrößerter Leber und Milz einher.

Bei oraler Übertragung verläuft die Erkrankung oft schwerer. Betroffene klagen zusätzlich über Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Jelinek warnt: „Diese unspezifischen Symptome führen dazu, dass die Erkrankung oft nicht erkannt wird. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich erst Jahre oder sogar Jahrzehnte später schwere chronische Komplikationen entwickeln“.

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