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Politik

Im Hochwassergebiet schlägt Scholz der Unmut entgegen

wochentlich.deBy wochentlich.de4 Januar 2024Keine Kommentare4 Mins Read
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Im Hochwassergebiet schlägt Scholz der Unmut entgegen
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Im Hochwassergebiet schlägt Scholz der Unmut entgegen

04.01.2024 – 16:21 UhrLesedauer: 3 Min.

Hochwassergebiet: Mit Zwischenrufen wie „Volksverräter“ und „Lügner“ wird Scholz empfangen. (Quelle: t-online)

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Bundeskanzler Scholz hat das Hochwassergebiet in Sachsen-Anhalt besucht. Dort empfangen ihn die Anwohner teils mit Beschimpfungen.

Olaf Scholz trägt Gummistiefel. Als der Kanzler zum zweiten Hochwasserbesuch kommt, könnte sein Schuhwerk Zeichen für die in den vergangenen Tagen noch schlimmer gewordene Situation sein – in Verden an der Aller bei Bremen war er an Silvester noch ohne Stiefel unterwegs. Scholz hat für das Stiefelthema wenig übrig und will sich dazu nicht äußern, als er sich am Donnerstag mit ernstem Blick einen Überblick über die Lage an der Helme in der Ortschaft Oberröblingen in Sachsen-Anhalt verschafft.

Als der Kanzler, aus Berlin mit dem Hubschrauber kommend, in Sangerhausen landet, ist es trüb und regnerisch – so wie oft in den vergangenen Tagen. Der kleine Fluss Helme, sonst nur etwa zwei Meter breit, ist um ein Vielfaches über die Ufer getreten.

Der Dauerregen besorgt die Menschen

Scholz, Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) lassen sich einen Deich zeigen, der zu brechen droht, und hören vor allem zu und stellen Fragen. Sie wollen zum Beispiel wissen, ob genügend Sandsäcke vorrätig seien.

Diese Frage treibt die Menschen auch in anderen Regionen Deutschlands um, die seit fast schon zwei Wochen mit Hochwasser zu kämpfen haben. In Niedersachsen sorgt der Dauerregen der vergangenen Tage insbesondere in den Einzugsgebieten der Flüsse Hunte bei Bremen und Hase im Emsland für einen Wiederanstieg der Wasserstände. Die Flüsse im Thüringer Wald sind voller geworden. Auch einige in Rheinland-Pfalz sind deutlich voller geworden.

In Nordrhein-Westfalen berichtete ein Sprecher des Umweltministeriums von Regenmengen von teilweise bis zu 35 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden. Die landesweit wieder gestiegenen Pegelstände hätten bisher aber nicht die Dimension des Weihnachtshochwassers erreicht.

In anderen Ländern Deutschlands hat sich zumindest die Lage nicht weiter verschärft: zum Beispiel in Hessen, wo nach wie vor die Flüsse Fulda, Lahn, Eder und Kinzig und deren Zuflüsse betroffen sind. Im Saarland haben die Pegelstände der Flüsse Prims, Oberer Blies und Nied ihre Scheitelpunkte erreicht und sinken.

Anwohner empfangen Scholz teils mit Beschimpfungen

Zehntausende Helfer und Helferinnen sind bundesweit im Einsatz. Kanzler Scholz spricht bei seinem Besuch in Sachsen-Anhalt mit einigen. Die rund 1.600 Einwohner sind seit Weihnachten in Alarmstimmung. „Was wir brauchen, ist eine bessere Koordination. Hier weiß keiner, was der andere macht“, sagt ein Anwohner.

Den Unmut bekommt Scholz direkt nach seiner Ankunft zu spüren. Rufe wie „Verbrecher“ und „Geh gleich wieder zurück“ sind zu hören. Es kommen aber auch Dankesworte, vor allem von den professionellen Helfern.

Der Kanzler zeigt sich vor Ort beeindruckt von der Solidarität auch über Ländergrenzen hinweg bei der Bekämpfung der Fluten. „Das, glaube ich, zeigt, dass wir zusammenstehen können in Deutschland.“ Zugleich sagt er Unterstützung auch bei der späteren Beseitigung der Schäden zu. „Klar ist, das wird nur gemeinsam gehen, und das muss auch solidarisch in Deutschland erfolgen.“

Video | Das ist das Futter für unseren Dauerregen

Quelle: t-online

Böden nass wie ein Schwamm

Die Eindrücke, die Scholz vor Ort im Süden Sachsen-Anhalts sammelt, sind gewaltig: Überschwemmte Wiesen und eine deutlich breitere Helme, über die die Entwässerung aus dem Südharz läuft. Die Böden sind nass wie ein Schwamm. Am Stausee Kelbra steht der Campingplatz unter Wasser. Die Menschen in der Region haben in den vergangenen Jahren immer wieder Erfahrungen mit Hochwasserlagen gemacht – doch so schlimm und dauerhaft wie diesmal sei es lange nicht gewesen, sagt Landrat André Schröder. Ab Montag kommt die Bundeswehr zum Einsatz.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat vor Dauerregen gewarnt. Nun soll es kälter werden. „Die Niederschläge lassen in den geplagten Hochwassergebieten immer mehr nach und gehen in Schnee über“, kündigte der DWD am Donnerstag an. Der Winter kehrt zurück, es wird zunehmend kälter und eisig. Welche Auswirkungen die Minustemperaturen auf die überfluteten Gebiete haben, blieb zunächst unklar.

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