Meterhohe Wellen drohen
Experte sieht „Lebensgefahr“ auf Urlaubsinseln
26.09.2025 – 09:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein heftiger Wirbelsturm trifft die bei Urlaubern beliebten Azoren. Die Behörden warnen eindringlich. Ein Meteorologe befürchtet im schlimmsten Fall Tote.
Der Tropensturm „Gabrielle“ hat am Freitagmorgen die Azoren erreicht. Die Behörden riefen Alarmstufe Rot aus. Der Diplom-Meteorologe Dominik Jung beschrieb den Ex-Hurrikan als „außergewöhnlich.“ Auch wenn „Gabrielle“ die Azoren nur noch als „Ex-Hurrikan“ treffe, bleibe er lebensgefährlich, erläuterte er für t-online.
„Gabrielle“ gehöre zu einem der wenigen Stürme der letzten Jahrzehnte, die die Azoren treffen, also europäisches Gebiet. „Das macht ihn zu einem historischen Ereignis“, so der Wetterexperte.
Der Ex-Hurrikan, in dessen Zentrum Windgeschwindigkeiten von rund 200 Kilometern erwartet werden, hatte sich im tropischen Atlantik gebildet. Zwischen 5 und 6 Uhr deutscher Zeit traf er die westlichste Insel der Azoren, Flores. Auf der Insel leben etwa 1.600 Einwohner. Der Präsident des Zivilschutzes appellierte an die Menschen, sich zu schützen.
Meteorologe Dominik Jung zeigt sich auf Anfrage von t-online alarmiert: Gefährlich sei der Wirbelsturm nicht nur wegen der hohen Windgeschwindigkeiten, „sondern auch wegen des zu erwartenden Wellengangs und der Sturmflut, die die Azorenküsten treffen dürfte“. Hinzu komme das Risiko heftiger Regenfälle, die Überschwemmungen und Erdrutsche begünstigten.
Dass „Gabrielle“ die Azoren nur noch als Ex-Hurrikan, also als ein posttropisches Tief, trifft, macht das Wetterphänomen nicht minder gefährlich – im Gegenteil: Laut Jung ist diese Phase „besonders tückisch“. Denn jetzt könne sich der Sturm zusätzliche Energie aus den Temperaturgegensätzen ziehen – „eine Art zweite Energiequelle, die seine Dynamik noch einmal verstärkt.“
Für den Experten bedeutet das: Auf den Azoren herrscht „akute Lebensgefahr“. Er erwarte „leider hohe Schäden, wahrscheinlich auch Verletzte oder gar Todesopfer“.
Mehrere Bäume stürzten auf den Inseln Faial und São Jorge bereits um, Dächer wurden abgedeckt, etliche Schulen und Behörden bleiben den ganzen Tag geschlossen. Der „New York Times“ zufolge wurde eine teilweise Ausgangssperre verhängt. Laut Zivilschutz kann die kritischste Phase noch bis 9 Uhr Ortszeit andauern, 11 Uhr deutscher Zeit.
