HSV spricht über schwere Vorwürfe gegen Ex-Sportvorstand

Aufsichtsrat reagiert

HSV: Vorwürfe gegen Stefan Kuntz sind „glaubhaft“


Aktualisiert am 12.01.2026 – 11:26 UhrLesedauer: 2 Min.

HSV-Aufsichtsratschef Michael Papenfuß (l.) neben Stefan Kuntz (Archivbild): Der Verein bestätigte die schweren Vorwürfe gegen den Ex-Sportvorstand. (Quelle: IMAGO/BODE)

Nach Berichten über schwere Vorwürfe gegen Stefan Kuntz äußert sich der HSV erstmals öffentlich. Der Aufsichtsrat bestätigt, dass die Anschuldigungen glaubhaft sind.

Nach schweren Vorwürfen gegen den früheren HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz hat der Verein erstmals öffentlich Stellung bezogen. Auslöser war ein Bericht der „Bild“. In einer Stellungnahme äußerte sich der Aufsichtsrat zu den Vorgängen, die Anfang Januar zum überraschenden Abschied des 63-Jährigen geführt hatten.

Bislang hatte der HSV die Trennung offiziell mit persönlichen Gründen erklärt. Von dieser Linie rückt das Kontrollgremium nun ab. In der am Montagmorgen veröffentlichten Mitteilung heißt es: „Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben. Aufgrund der expliziten Bitte der betroffenen Personen hatte bei der Trennung der Schutz der Betroffenen oberste Priorität, die auch weiterhin anhält.“

Nach Angaben des Aufsichtsrats habe das Gremium im Dezember 2025 Kenntnis von einem „schwerwiegenden Fehlverhalten“ von Stefan Kuntz erhalten. Unmittelbar danach habe man „mit Unterstützung spezialisierter externer Anwälte die Aufklärung der Vorfälle eingeleitet“.

Die Beendigung der Zusammenarbeit sei bislang „diskret und rücksichtsvoll“ behandelt worden, um die Betroffenen zu schützen, erklärte der Verein. Zu der öffentlichen Stellungnahme habe sich der Aufsichtsrat durch das Social-Media-Posting von Kuntz am Sonntagabend veranlasst gesehen.

Der HSV wies in seiner Erklärung den Vorwurf einer „Verleumdungskampagne“ zurück. Kuntz habe der Trennung zum 31. Dezember 2025 zugestimmt. Dies sei „insbesondere in Kenntnis der gegen ihn erhobenen Vorwürfe“ geschehen, teilte der Aufsichtsrat mit. Zudem sei der frühere Sportvorstand anwaltlich vertreten gewesen. Die Möglichkeit, sich zu den Vorwürfen zu äußern, habe er „trotz mehrfacher Angebote explizit nicht genutzt“.

Der Verein betonte abschließend, man dulde „unabhängig von der betroffenen Hierarchieebene kein Fehlverhalten der hier in Rede stehenden Art“. Der HSV bekenne sich „nachhaltig zu den in der Satzung niedergelegten Werten der Toleranz und des Respekts“ und wende sich „gegen Diskriminierung jeder Art“. Auch künftig stehe „der Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen im Vordergrund“.

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