
Erst als am 29. Dezember ein weiterer Brandmeldealarm bei der Feuerwehr einging, wurde der Einbruch entdeckt. Der genaue Wert der Beute wird weiter ermittelt. Eine erste Schätzung der Polizei ging von einem mittleren zweistelligen Millionenbereich aus, inzwischen halten Ermittler aber auch einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich für realistisch.
Spekulationen, bei den gestohlenen Werten könne es sich um Clanvermögen oder Schwarzgeld handeln, wies Reul zurück. Er sprach im Interview mit der „WAZ“ von „Kaffeesatzleserei“: „Alle, die solche Spekulationen in die Welt setzen, sollten aufpassen, dass sie nicht die Opfer dieses Verbrechens zu Tätern machen.“ Bei mehr als 3.000 aufgebrochenen Schließfächern sei mutmaßlich alles Mögliche dabei – „Familienschmuck, Hochzeitsgeld, Erbstücke, Altersvorsorge und wahrscheinlich auch Vermögen aus nicht ganz so sauberen Quellen“. Das wisse jedoch niemand und sei nicht das vorrangige Thema.
Der Anwalt Daniel Kuhlmann kündigte unterdessen eine Klage gegen die Sparkasse an, die er kommende Woche erheben wolle. Er habe bereits Mandanten-Vollmachten von etwa 150 Geschädigten sowie etwa genauso viele Interessierte, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
Er sehe Anzeichen einer Pflichtverletzung der Bank, sagte Kuhlmann. So gebe es anscheinend keinen Erschütterungsmelder in dem Tresorraum. Die Einbrecher hätten sich möglicherweise ungestört 48 Stunden in der Bank aufgehalten. Offensichtlich sei das Sicherheitskonzept der Bank unzureichend oder zumindest nicht ordnungsgemäß umgesetzt worden.
Der Gelsenkirchener Sparkassenchef Michael Klotz hatte dagegen Kritik an der Sicherheitstechnik in der Filiale zurückgewiesen. „Die Filiale mit dem Schließfachraum war nach dem anerkannten Stand der Technik gesichert“, hatte Klotz zuletzt betont. Die Maßnahmen seien laufend verbessert worden.












