“‘Welt Gesundheit’ ist ein schöner Ausflug”

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Franca Lehfeldt moderiert ein neues Gesundheitsmagazin im TV. Ob das Auswirkungen auf die Karriere als Politikjournalistin hat, verrät sie im Interview mit t-online.

Seit letztem Freitag moderiert “Welt”-Chefreporterin Franca Lehfeldt beim TV-Sender von Axel Springer das neue Magazin “Welt Gesundheit” (heute 17.40 Uhr bei “Welt”) und spricht mit Prof. Dr. Hendrick Streeck über medizinische Alltagsfragen.

Für die frühere RTL-Journalistin, die im Juli 2022 ihren langjährigen Partner, Bundesfinanzminister Christian Lindner, geheiratet hat, ist dieses Gesundheitsmagazin eine völlig neue Aufgabe. Was hinter dem neuen Themengebiet steckt, welche Auswirkungen dies auf ihre Tätigkeit als politische Journalistin hat und wie es um ihre eigene Fitness steht, verrät die Chefreporterin im Gespräch mit t-online.

Franca Lehfeldt im Fernsehstudio. (Quelle: Welt)

t-online: Die Zuschauer kennen Sie bislang als Politikjournalistin, jetzt moderieren Sie ein Gesundheitsmagazin. Ist das eine Reaktion auf die Kritik, als Ehefrau des Finanzministers könnten Sie nicht unabhängig genug berichten?

Franca Lehfeldt: Nein. Als ich zu “Welt” kam, wurde dieses Format gerade geplant. Hendrik Streeck, der schon involviert war, hat sich einen Counterpart in der Sendung gewünscht. Neben meinen regulären Aufgaben habe ich dieses Projekt gerne übernommen. Es ist zunächst auf zehn Folgen ausgelegt, ich werde also künftig nicht zu jedem Medizinkongress fahren (lacht).

Es ist also kein Ausstieg aus dem Politjournalismus?

Nein, ich bin Chefreporterin Politik und ich moderiere die Nachrichten. “Welt Gesundheit” ist aber ein schöner Ausflug.

Mit Hendrik Streeck haben Sie in der Sendung jemanden an Ihrer Seite, der während der Pandemie medial sehr präsent, mitunter aber auch umstritten war. Was dachten Sie, als Sie erfahren haben, dass Sie mit ihm zusammenarbeiten werden?

Wir machen keine Corona-Sendung, sondern ein Gesundheitsmagazin. Abgesehen davon musste es auch während der Pandemie Meinungsvielfalt geben, obwohl dazu manchmal wohl Mut gehörte. Ich sehe Hendrik als Leiter der Virologie an der Uniklinik Bonn – das ist in seinem Alter ja eine Topposition. Das kommt nicht von ungefähr. Ich habe fachlich großen Respekt vor ihm.

Kannten Sie sich schon vorher?

Ich kannte ihn durch die Medienhäuser. Bei RTL und auch bei Axel Springer war Hendrik immer wieder zugeschaltet. Ich erlebe ihn jetzt als hochprofessionellen Kollegen. Wir haben die Sendung meist nachts aufgezeichnet, weil wir das leere “Welt”-Studio brauchten. Das heißt, wir können frühestens um 21 Uhr beginnen. Teilweise haben wir bis weit nach vier Uhr nachts gedreht. Er, aber auch das ganze Team hinter der Kamera, haben sich trotz der Arbeitszeiten nichts anmerken lassen.

Was wird in Ihrer Sendung anders sein als in anderen Magazinen dieser Sparte?

Wir haben gar nicht nach links und rechts geschaut, um zu sehen, was andere machen. Uns war wichtig, dass wir Fragen besprechen, die man sich im Alltag stellt. Seien es Rückenprobleme, das Immunsystem, ob Vitamindrops wirklich helfen oder das Thema Impfung. Wir wollen diese Themenkomplexe verständlich, ganz ohne Fachchinesisch, erklären.

Was sind Ihre jeweiligen Rollen in der Sendung?

Ich moderiere und versuche Fragen zu stellen, bei denen ich denke, dass die Zuschauerinnen und Zuschauer diese auch im Kopf haben. Das komplette medizinische Know-how liegt dann bei Hendrik. Er versucht, die Inhalte anhand von Infografiken dann möglichst leicht verständlich zu machen.

Das Thema der ersten Folge – Geschlechtskrankheiten – lädt vielleicht nicht unbedingt zum Plaudern ein. Wird der Talk-Anteil zwischen Ihnen und Hendrik Streeck in weiteren Folgen zunehmen?

Gerade bei Themen wie Impfung und Grippe sind wir im Talking-Bereich. Aber es gibt auch Grafik-lastigere Themen, da spricht Hendrik dann eher zum Publikum und erklärt Sachverhalte. Bei anderen Themen führen wir ein Gespräch.

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