Gesundheit: Zahnersatz – wer schön sein will … braucht vor allem viel Geld

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Es begann mit…

…Fäden, Drähten, Holz- und Knochenstücken, Tierzähnen und Elfenbein. Schon in frühen Zeiten der Menschheitsgeschichte gab es Zahnersatz. Das war allerdings nichts, das sich auch nur annähernd mit moderner Zahnprothetik vergleichen lässt. Aus Knochenstücken verstorbener Tiere, Menschen oder auch Holz wurden früher Prothesen für fehlende Zähne gefertigt. Diese wurden dann mit einer Art Draht oder einem Faden an den angrenzenden Zähnen fixiert. Das klingt nicht nur sehr behelfsmäßig – sondern das war es auch. Tatsächlich lag der Zweck dieser Prothesen nur darin, die Ästhetik zu erhalten. Funktional bot solch ein Zahnersatz kaum Vorteile. Im besten Fall verbesserte eine solche Vorrichtung die Artikulation. Das Kauen und Beißen von Nahrung war damit jedoch nicht möglich. Zusätzlich bestand bei solchen Prothesen enorm hohe Infektionsgefahr.

Moderne Zahnheilkunde – Zahnersatz mit Hightech

Im Laufe der Zeit entwickelten Zahnmediziner immer filigranere Möglichkeiten, Zähne zu reparieren und zu ersetzen. Amalgam, Gold oder Zement sind hier die am häufigsten Materialien. Allerdings sind sowohl Gold als auch Amalgam heute weitaus weniger verbreitet. Zement wird jedoch immer noch häufig verwendet und stellt einen der kostengünstigeren Stoffe dar. Moderner und optisch ansprechender, aber auch teurer ist hingegen Keramik. Titan hat sich in der Implantologie als Standardmaterial herauskristallisiert. Es wird zum Verschrauben einzelner Ersatzzähne (Zahnimplantate) verwendet und Polyetheretherketon (PEEK) dient als Basis für das Gerüst des Zahnes. Auch die Eingriffe an sich sind heute wesentlich komplexer. So werden Prothesen mithilfe von Implantaten häufig direkt im den Kiefer verankert und dank der modernen Antibiose ist dabei die Gefahr einer tödlichen Infektion so gering wie noch nie.

Innovation hat ihren Preis

Mit modernen Prothesen, Kronen oder Implantaten können Patienten heute wieder sprechen, trinken und kauen wie zuvor, während es optisch nicht einmal erkennbar ist, dass die echten Zähne fehlen. Wer Wert darauf legt, dass sein Zahnersatz nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch ansprechend ist, muss dafür aber hohe Eigenanteile aus eigener Tasche finanzieren.

Wer zahlt meinen Zahnersatz?

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen Regelsätze für die Versorgung mit Zahnersatz – sogenannte Festzuschüsse. Erstattet werden 60 bis 75% der sogenannten Regelversorgung – das ist eine funktionale aber kostengünstige Versorgung. Die verbleibenden 40 bis 25% müssen Patienten aus eigener Tasche bezahlen. Wer nicht nur das billigste Kassenmodell möchte, muss den Aufpreis voll selbst tragen. Ein Beispiel: Fehlt ein Backenzahn, bezahlt die gesetzliche Kasse etwa 500 Euro als Festzuschuss. Wer eine einfache Brücke aus unedlem Metall („NEM“ = Nichtedelmetall) wählt, muss etwa 400 Euro selbst bezahlen. Wünscht der Patient eine Brücke aus Keramik, liegt der Aufpreis bei etwa 1.000 bis 1.500 Euro. Die hochwertigste Versorgung stellt ein Zahnimplantat dar – das hat den Vorteil (gegenüber einer konventionellen Brückenlösung), dass die Nachbarzähne nicht als „Anker“ beschliffen werden müssen. Das macht sich jedoch auch im Preis bemerkbar – der Aufpreis bei einem Zahnimplantat liegt etwa bei 2.000 bis 2.500 Euro gegenüber der Kassenlösung!

In zahntechnischen Labors werden die unscheinbaren Prothesen modelliert. Dabei entstehen hohe Kosten durch die Verwendung moderner Technik und hochwertiger Materialien.

Pixabay.com © Ri-Ya CCO Public Domain

Versichern oder sparen – was ist sinnvoller

Wer gute Zähne hat, macht sich über die Kosten für Zahnersatz oft wenig Gedanken. Viele fallen dann doch etwas aus den Wolken, wenn sie dann im Alter von 30, 40 oder 50 Jahren erstmalig eine Krone oder gar ein Implantat benötigen.

Sind wir mal ehrlich – die wenigsten Menschen „sparen“ extra für den Zahnersatz. Um die hohen Kosten einer kompletten Zahnsanierung in Höhe von z.B. 15.000 Euro abzusichern, müsste man – ohne Zinseffekte – über 40 Jahre lang jeden Monat 30 Euro auf die Seite legen. Die wenigsten haben so viel Geld, wenn sie es wirklich benötigen.

Alternativ gibt es Versicherungen, um sich gegen hohe Kosten für Zahnersatz abzusichern. Die Krux an der Sache: man sollte sich tunlichst rechtzeitig versichern, also zu einer Zeit, wo mit den Zähnen noch alles in Ordnung ist. Zahnzusatzversicherungen leisten nämlich nicht für Schäden, die schon vor Abschluss bekannt waren.

Lohnen sich Zahnzusatzversicherungen?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Wer beispielsweise im Alter von 40 Jahren eine Versicherung abschließt, bezahlt für eine gute Absicherung meist zwischen 30 und 35 Euro monatlich. Benötigt er oder sie dann zum Beispiel 10 oder 15 Jahre später größere Behandlungen, hat sich so eine Versicherung meist schon bezahlt gemacht.

Viele Tarife übernehmen auch nicht nur die Kosten für Zahnersatz, sondern oft auch für Zahnprophylaxe oder Zahnerhalt-Behandlungen. Wer also jährlich zum Zahnarzt geht und eine professionelle Zahnreinigung durchführen lässt, kann diese Kosten oft auch von einer Zahnversicherung erstatten lassen.

Einen guten Überblick über Zahnzusatzversicherungen erhält man zum Beispiel bei Verbraucherschutz-Instituten wie Stiftung Warentest oder bei kostenlosen Vergleichsplattformen wie z.B. zahnzusatzversicherung-experten.de oder check24.de. Doch Vorsicht – oft finden sich auf Vergleichsportalen nicht alle Anbieter, sondern nur solche, mit denen der Anbieter eine Provisionsvereinbarung unterhält

Ein Implantat wird direkt mit dem Kieferknochen verbunden. Der Patient auf dem Bild erhält ein Frontzahn-Implantat. Diese sind oft günstiger als Backenzähne.
Ein Implantat wird direkt mit dem Kieferknochen verbunden. Der Patient auf dem Bild erhält ein Frontzahn-Implantat. Diese sind oft günstiger als Backenzähne.

Pixabay.com © iso-mex CCO Public Domain

Fazit

Der technische Fortschritt bringt dem Patienten zwar eine Menge Annehmlichkeiten. Implantate, Veneers oder CEREC-Behandlungen bieten die Möglichkeit, Zahndefekte optimal und ästhetisch zu versorgen. Umso unangenehmer sind die Kosten, die man für hochwertigen Zahnersatz selbst zu tragen hat. Jeder sollte sich rechtzeitig mit diesem Thema befassen und überlegen, ob er später finanziell in der Lage ist, hohe Kosten alleine zu stemmen – oder ob es nicht ratsamer wäre eine Versicherung abzuschließen.

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