Finanzinvestor McWin übernimmt Restaurantkette L’Osteria

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Frankfurt Die Restaurantkette L’Osteria bekommt einen neuen Eigentümer. Die auf Systemgastronomie und Lebensmitteltechnologien spezialisierte Investmentgesellschaft McWin gab am Dienstag eine Mehrheitsbeteiligung von rund zwei Dritteln der Anteile an der Restaurantgruppe bekannt.

Die Transaktion bewertet das Unternehmen nach Angaben von McWin mit circa 400 Millionen Euro. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Gründer Klaus Rader und Friedemann Findeis bleiben weiterhin als Minderheitsgesellschafter am Unternehmen beteiligt.

Die L’Osteria-Gruppe betreibt aktuell 157 Restaurants und beschäftigt mehr als 6000 Mitarbeitende im deutschsprachigen Raum (DACH), in Großbritannien, in Frankreich, in Luxemburg, in den Niederlanden und der Tschechischen Republik.

Die Beteiligung an L’Osteria erfolgt aus dem im August vergangenen Jahres aufgelegten 525 Millionen Euro schweren McWin Restaurant Fund (MRF). Eine Tochtergesellschaft der Abu Dhabi Investment Authority ist der größte Geldgeber des Fonds.

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In Nürnberg eröffnete im Jahr 1999 das erste Restaurant mit italienischen Gerichten. In Deutschland sieht L’Osteria weiterhin großes Potenzial, das noch nicht ausgeschöpft sei. Zudem sollen auch neue Märkte erschlossen werden – bereits bekannt ist beispielsweise der für dieses Jahr geplante Markteintritt in Polen. Durch die Beteiligung an L’Osteria steigt die Gesamtzahl der Restaurants im Portfolio von McWin und dessen Tochtergesellschaften auf mehr als 1500.

Beteiligungsfonds der McWin-Gruppe haben auch Dean&David im Portfolio

Man sei der „festen Überzeugung“, dass L’Osteria das Potenzial habe, die marktführende Restaurantgruppe in Europa zu werden, erklärte Henry McGovern, Gründungspartner bei McWin. Die langjährige Erfahrung des Teams um Henry McGovern und Steven K. Winegar im Gastronomiesektor, dem Markenaufbau und der Expansion, machen McWin zum idealen Partner für die Wachstums- und Internationalisierungspläne von L’Osteria, teilten die Gründer Rader und Findeis mit.

Die Transaktion soll voraussichtlich im ersten Quartal 2023 abgeschlossen werden. McWin wurde von der Kanzlei Bryan Cave Leighton Paisner sowie KPMG beraten. L’Osteria und ihre Anteilseigner wurden bei der Transaktion von Ferber & Co., der Deutschen Bank, der Kanzlei Dechert sowie PwC und Steiner & Partner betreut. Der Deal zeigt, dass Finanzinvestoren auch 2023 trotz schwieriger Rahmenbedingungen zu Abschlüssen kommen.

Im Schnitt lag der Anteil der Private-Equity-Fonds an den Transaktionen im deutschsprachigen Raum laut einer Analyse der Investmentbank JP Morgan von 2010 bis 2021 bei 26 Prozent, 2022 waren es schon 33 Prozent. Die Finanzinvestoren hatten jahrelang gute Rahmenbedingungen, mit fallenden Zinsen und dadurch günstiger Fremdfinanzierung.

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Doch zuletzt spürten sie Gegenwind. Übernahmefinanzierungen sind nicht nur deutlich teurer geworden, sondern auch schwieriger zu bekommen. Vor allem wenn sie über die Marke von 500 Millionen Euro hinausgehen. Deshalb werden Deals in der Größenordnung des Einstiegs von McWin bei L’Osteria für die Fonds wichtiger.

McWin verwaltet gemeinsam mit den Tochtergesellschaften des Unternehmens ein Vermögen von über einer Milliarde Euro und berät ein Netzwerk aus Private Equity und Venture Capital Fonds bei Investitionen in den weltweiten Lebensmitteltechnologie- und Gastronomiesektor. McWin und seine Partner sind derzeit in Gail’s, Burger King Deutschland, White Rabbit Projects, Burger King and Popeyes CEE, Cook Unity und Dean&David sowie in Hersteller alternativer Proteinprodukte investiert.

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