500 Meter hoher Wolkenkratzer

Freeclimber wagt „Taipeh 101“-Besteigung: erste Hürden geschafft

Aktualisiert am 25.01.2026 – 02:49 UhrLesedauer: 3 Min.

Alex Honnold kurz bevor er den Wolkenkratzer in Taipeh beginnt zu besteigen. (Quelle: Ann Wang)

Er wollte ohne Seil einen 500 Meter hohen Wolkenkratzer besteigen. Netflix-Zuschauer verfolgen Alex Honnolds Versuch live,

Der US-Freeclimber Alex Honnold hat am Sonntagmorgen (Ortszeit) damit begonnen, auf den mehr als 500 Meter hohen Wolkenkratzer „Taipeh 101“ klettern – ungesichert. Das Spektakel mit dem Titel „Skyscraper live“ wird live auf Netflix übertragen. Einem Menschen zusehen, wie er in einer potenziell tödlichen Situation steckt – Kritiker halten das für ethisch nicht vertretbar.

Honnold zeigte sich kurz vor der Besteigung ruhig, sprach mit seiner Frau und zog sich dann seine Kletterschuhe an. Tausende säumten die Straßen um den Tower. Er blickte nochmals kurz nach oben und dann begann er an einer Ecke des Gebäudes den Aufstieg. Nach den ersten Stockwerten blickte er kurz lächelnd in die Menge unter ihm, die ihm begeistert zujubelte. Seinen Aufstieg begann er entlang der Kante des Towers. Seine erste Hürde war ein etwa zwei Meter hohes Metallstück, das eine Wolke darstellen soll, ein sogenanntes Ruyi, ein chinesisches Symbol.

Als er es schaffte, drehte sich Honnold kurz um und blickte in die Kameras, die Netflix über ihm positioniert hatte. Dann machte er sich weiter auf den Weg, jetzt wieder an der Kannte entlang. Vom Inneren des Gebäudes machten Menschen Fotos vom Aufstieg, die sich direkt ans Fenster, wenige Zentimeter nur durch die Scheide getrennt, stellten. Dem Kletterer machte das wohl wenig aus, er winkte ihnen sogar zu. Nur ein High Five lehnte er ab. „Das kann ich nicht machen, wenn ich hier stehe“, sagte er über sein Mikrofon.

Die zweite Hürde war ebenfalls ein Ruyi an der Gebäudekante. Auch hier kletterte er vorbei und kam umgehend zu einem der zehn Drachensymbole, einem kleinen Überhang am Gebäude. An diesem ging er zunächst seitlich vorbei, dann zog er sich an dem Metallstück hoch. Den weiten Drachen bewältigte er ebenfalls offenbar mühelos.

Nach 30 Minuten hatte er fast die Hälfte des Gebäudes bestiegen. Zur Halbzeit wartete im Inneren des Hochhauses seine Frau Sanni auf ihn. „Ich würde mir wünschen, dass er langsamer macht“, sagte sie im Interview. In einer kurzen Pause sagte der Kletterer, er müsse seine Schuhe reinigen, sie seien sehr verschwitzt. „Die Aussicht ist großartig“, sagte er. Dann machte er sich weiter auf den Weg: „Wir sehen uns nachher“.

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