Fans protestieren gegen Lukas Kwasniok – das steckt dahinter

1. FC Köln

Das steckt hinter dem Fanprotest gegen Kwasniok


12.01.2026 – 12:12 UhrLesedauer: 2 Min.

Da machte nicht nur Lukas Kwasniok große Augen: Beim Spiel gegen Heidenheim zeigten FC-Fans ein Protestplakat. (Quelle: IMAGO/kolbert-press/Martin Agüera)

Fordern die Ultras des 1. FC Köln die Entlassung von Trainer Lukas Kwasniok? Der Verein sucht den Kontakt zur aktiven Fanszene.

Es war eine für alle Verantwortlichen des 1. FC Köln überraschende Aktion der aktiven Fanszene: Nach dem 2:2 beim 1. FC Heidenheim zeigte die Ultra-Gruppierung „Wilde Horde“ das Plakat „Kwasni Yok“, was als ablehnende Haltung gegenüber dem Cheftrainer der Geißböcke, Lukas Kwasniok, zu interpretieren war. „Yok“ bedeutet etwa im Türkischen „Nein“.

Tags darauf war beim FC daher Krisenmanagement gefragt. Zwar sind die Geißböcke in der Bundesliga seit sieben Spielen sieglos, stehen aber noch immer auf Platz elf in der Tabelle – als Aufsteiger ein mehr als respektables Zwischenergebnis. Warum also die deutliche Unmutsbekundung gegen Kwasniok, zumal es seit vielen Jahren trotz aller Krisen und sportlicher Abstürze kein solches Protestbanner mehr gegen einen FC-Trainer gegeben hat?

Das wollten die Verantwortlichen der Geißböcke am Sonntag von den Fans wissen. Nach Informationen des „Geissblog“ gab es daher einen Austausch zwischen den FC-Bossen und Vertretern der Ultras. Das Ergebnis: Die Anhänger wollten mit dem Banner offenbar nicht nur die sportliche Entwicklung kritisieren, sondern auch das Verhalten des Trainers gegenüber der Mannschaft und einzelnen Spielern, auch abseits des Sportlichen. Das Plakat soll ein Warnschuss gewesen sein, aber noch keine Aufforderung zum Rauswurf.

Im Trainingslager in Spanien war die angespannte Stimmung rund um die Mannschaft und den Verein spürbar. Kwasniok zog nach der Woche in La Nucia Konsequenzen und veränderte den Kader auf mehreren Positionen. Ebenso untersagte er einen Teamabend der Mannschaft, an dem Alkohol hätte ausgeschenkt werden sollen. Dennoch zeigte die Mannschaft in Heidenheim eine engagierte Leistung und stellte sich somit zumindest grundsätzlich hinter den Trainer.

Trotzdem kam am Sonntag bei den Gesprächen der FC-Verantwortlichen offenbar heraus, dass einzelne Spieler Informationen weitergegeben haben sollen – und das wohl auch direkt oder indirekt an die Fanszene. Diesen Verdacht wollen die Vereinsbosse nun überprüfen. Denn Vorstand und Geschäftsführung stellten sich am Sonntag auch deutlich hinter Kwasniok und machten klar, dass sie dessen Personalentscheidungen stützten.

Immerhin: Das Verhältnis zwischen den Ultras und dem FC-Trainer soll nicht irreparabel beschädigt sein. Weitere Plakate für die beiden Heimspiele gegen den FC Bayern am Mittwoch und gegen Mainz 05 am Samstag sollen zwar möglich gewesen, nun aber erst einmal vom Tisch sein. Zudem könnte es in den kommenden Tagen zu einer Aussprache zwischen Trainer und aktiver Fanszene hinter verschlossenen Türen kommen.

Share.
Exit mobile version