
Fällt oft zu spät auf
Gefälschter Wein? Das sollten Sie wissen
Aktualisiert am 30.08.2025 – 12:43 UhrLesedauer: 3 Min.
Hochpreisiger Wein lockt nicht nur Genießer, sondern auch Betrüger an. Experten geben hilfreiche Tipps, wie Sie eine gefälschte Flasche entlarven.
Ob für einen besonderen Anlass, als Geschenk oder Sammlerstück im Keller: Weinliebhaber geben für einen edlen Tropfen gut und gerne größere Summen Geld aus. Die hochwertigen Weine kann man heute nicht mehr nur im Fachgeschäft, sondern auch online oder bei Auktionen erwerben. Vor allem hier lauert jedoch die Gefahr, mit einem raffiniert gefälschten Wein getäuscht zu werden. Käufer sollten auf bestimmte Merkmale achten und die Flasche genau prüfen. Denn wenn der Wein erst mal im Keller gelandet ist, fällt der Betrug möglicherweise erst Jahre später auf.
Weinexperten von Catawiki, einem Online-Marktplatz für besondere Objekte, erklären, woran man eine Fälschung erkennt.
Wie bei Modetrends gibt es auch bei Wein zeitweise bestimmte Regionen und Produzenten, die besonders beliebt oder gefragt sind. Genau dann sollten Weinkäufer genauer hinsehen, denn Fälscher springen den Experten zufolge häufig auf solche Trends auf.
Der erste Schritt zur Verifizierung eines Weines sollte laut Experten die Prüfung des Etiketts sein. Fällt Ihnen hier etwas auf? Möglicherweise gibt es Unstimmigkeiten wie unpassende Schriftarten oder Logos, andere Designfehler oder falsche Angaben zum Alkoholgehalt.
Einige Weingüter gehen laut der Weinplattform „Exklusiv-Weinankauf“ mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen gegen die Fälschungen vor. Sie nutzen etwa spezielle Muster, QR-Codes oder Hologramme auf dem Etikett, um die Echtheit für Käufer zu garantieren, heißt es.
Wichtig: Prüfen Sie den Wein unbedingt vor dem Öffnen auf Echtheit. Ist die Flasche einmal entkorkt, ist eine Fälschung nur schwer nachzuweisen.
Übrigens: Laut Weinexperte Mattia Garon kommt es keineswegs nur im Luxussegment zu Fälschungen. Besonders auf das mittlere Preissegment – also Weine ab 200 Euro – haben es Fälscher abgesehen, weil sich die Weine leichter in Umlauf bringen lassen.
Nicht nur mit gefälschten Etiketten begehen die Betrüger den Weinschwindel. Eine häufige Masche ist auch die Wiederverwendung von originalen Weinflaschen einer begehrten Sorte. Diese befüllen Fälscher dann mit einem anderen, minderwertigen Wein, erklären die Experten.
Weinkäufer sollten die Glasflasche – ebenso wie das Etikett – genau inspizieren und am besten mit Fotos des Originalweins vergleichen. Denn die Fälscher machen hier laut den Catawiki-Experten häufig Fehler. Dann hat die Glasflasche etwa die falsche Form, ein anderes Gewicht, die falsche Prägung oder eine abweichende Farbe.
- Drei Weine im t-online-Test: Dieser Franzose liefert das, was viele am Rosé so lieben
Sind Flasche und Etikett für fehlerfrei befunden, bleibt noch der Korken zu prüfen. Denn dieser verrät unter Umständen, ob eine Originalflasche entkorkt und mit falschem Wein neu befüllt wurde. Das lässt sich etwa an der falschen Jahrgangsprägung auf dem Korken erkennen. Die Weinexperten verweisen auf einen Fall, bei dem eine Flasche Dom Pérignon P2 aus dem Jahr 2002 mit einer Jahrgangsprägung von 2010 versehen war.
Fällt der Betrug erst nach dem Öffnen oder gar Jahre später auf, ist das ärgerlich, aber vor allem ein teurer Verlust für Betroffene. Nicht nur deshalb ist es wohl eher keine gute Idee, einen Wein als Geldanlage zu kaufen. Weinkenner Carsten Henn erklärt im Interview mit t-online, wieso die Investition schnell „im finanziellen Desaster“ enden kann.













