
Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump dürfte den Druck erhöht haben.
Ja, das hat es. Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr. Das EU-Mercosur-Abkommen bietet eine stabile Grundlage für die Geschäftstätigkeit in einer großen Region. Es ist ein internationales Signal für Freihandel und gegen Protektionismus.
Welche konkreten Vorteile erhoffen sich deutsche Unternehmen von dem Deal?
Derzeit zahlen deutsche Firmen beim Verkauf von Waren in den Mercosur-Staaten Zölle: bis zu 20 Prozent auf Maschinen, 35 Prozent auf Autos und zwischen 15 und 20 Prozent auf Chemikalien und Arzneimittel. Dies sind unsere wichtigsten Exportgüter in die Region. Durch das Abkommen werden bis zu 90 Prozent dieser Zölle abgeschafft. Darüber hinaus können sich deutsche Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen in den Mercosur-Staaten beteiligen. Damit können deutsche Ingenieur- und Technologieunternehmen die Modernisierung dort vorantreiben.
Könnte das Abkommen auch Unternehmen aus den Mercosur-Staaten dazu veranlassen, ihre Investitionstätigkeit in Deutschland zu verstärken?
Sicherlich. Die Mercosur-Staaten sind in vielen Bereichen deutlich weiter fortgeschritten als Deutschland, etwa Argentinien im Agrarsektor und Brasilien im Finanzwesen – die größte Digitalbank der Welt ist Brasilianer. Diese Firmen werden ihre Aufmerksamkeit stärker auf Europa richten.



