Duo Keller und Kwasniok hält in schwieriger Phase zusammen

Analyse zum 1. FC Köln

Demonstration der Stärke: Was beim FC jetzt anders läuft


23.01.2026 – 17:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Lukas Kwasniok (links) und Thomas Kessler (Archivbild): Sie halten in der schwierigen Phase zusammen. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Der 1. FC Köln setzt auf Kontinuität und Geschlossenheit. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Auch Trainer Lukas Kwasniok kann das helfen.

Dass Lukas Kwasniok noch Trainer des 1. FC Köln ist, hat der 44-Jährige auch Thomas Kessler zu verdanken. Der Sportdirektor, der in dieser Woche zum Sport-Geschäftsführer befördert wurde, hat seinem Chefcoach zuletzt den Rücken gestärkt. Nicht nur öffentlich, sondern auch intern.

In einer Ansprache an die Mannschaft hat sich Kessler hinter Kwasniok gestellt und die Spieler in die Pflicht genommen. Nach acht sieglosen Spielen ist dies – zumindest in Köln – keine Selbstverständlichkeit. Schon gar nicht, nachdem sich Teile der Fanszene kurz zuvor von dem FC-Trainer abgewendet hatten.

Am Freitag wollte Kwasniok die Ansprache Kesslers an die Spieler zwar nicht bestätigen, verriet jedoch vielsagend: „Alles andere wäre dann ja ein Bananenverein, wenn der Geschäftsführer Sport nicht in Zusammenarbeit mit dem Trainer vor der Mannschaft sprechen würde“, sagte Kwasniok. „Wann der Zeitpunkt richtig ist, wie häufig er das macht, das geschieht immer in Absprache mit mir, und so werden wir es auch immer handhaben.“

Klar ist: Kessler hat sich in einer schwierigen Phase, in der Kwasniok von mehreren Seiten unter Druck geraten war, deutlich bekannt. So wissen nun auch die Spieler, woran sie beim Sportchef der Geißböcke sind. Es war auch eine Machtdemonstration des gebürtigen Kölners und ehemaligen Torhüters, der seit fast 26 Jahren beim FC ist und den Club wie seine Westentasche kennt.

Eine Demonstration der Stärke, die sich Kessler auch erlauben konnte. Denn der 40-Jährige hatte sich in der Zwischenzeit mit dem Vorstand auf eine Beförderung vom Sportdirektor in die Geschäftsführung geeinigt. Am Donnerstag wurde der Deal offiziell verkündet. So wusste Kessler, dass sein Handeln auch von höchster FC-Stelle aus unterstützt werden würde.

Das Signal nach innen und außen: Kessler ist der starke Mann in allen sportlichen Belangen beim FC, und Kwasniok ist sein Trainer. Sollte die Leistung in der Bundesliga nicht stimmen, steht erst einmal die Mannschaft im Fokus, nicht der Coach. „Aus einem engen ist jetzt ein inniges Verhältnis geworden“, bestätigte Kwasniok am Freitag vor dem Auswärtsspiel am Sonntag beim SC Freiburg indirekt.

Diese Geschlossenheit aus Vorstand, Geschäftsführung und Trainerteam ist neu für den FC. Die Geißböcke wollen auf Kontinuität setzen, weshalb auch Finanz-Boss Philipp Türoff als künftiger Sprecher der Geschäftsführung langfristig bis 2029 verlängerte. Alles soll beim FC darauf ausgerichtet sein, dass alle Führungsebenen Hand in Hand agieren und sich nicht auseinanderdividieren lassen. Dies war dem FC in der Vergangenheit wiederholt zum Verhängnis geworden.

Insbesondere Kessler, aber auch der international erfolgreiche Manager Türoff, wollen den FC endlich stabilisieren und in der Bundesliga nach oben führen. Das wurde in dieser Woche noch einmal deutlich. Und Kwasniok sagte dazu am Freitag: „Das ist für den 1. FC Köln gut, für mich gut, für die Mannschaft gut, für die Medien gut, für die Fans gut.“ Und weiter: „Es gibt nur Gewinner. Jetzt müssen wir es nur noch mit Siegen untermauern.“

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