Forscher warnen
Düstere Bilanz für Wälder – aber auch ein Hoffnungsschimmer
Aktualisiert am 14.10.2025 – 03:31 UhrLesedauer: 3 Min.
Im vergangenen Jahr wurde eine Fläche der weltweiten Wälder abgeholzt, die größer ist als Schottland. Neue Entwicklungen geben aber auch Anlass für ein bisschen Hoffnung.
Die weltweite Waldzerstörung ist einem Bericht von Wissenschaftlern und Aktivisten zufolge in den vergangenen Jahren kaum zurückgegangen. „Die Entwaldung hat seit Beginn des Jahrzehnts nicht wesentlich abgenommen“, erklärte die Mitverfasserin Erin Matson von der für den Bericht mitverantwortlichen Beratungsfirma Climate Focus am Dienstag. Im vergangenen Jahr wurde eine Fläche der weltweiten Wälder abgeholzt, die größer ist als Schottland.
Die Fläche, die dauerhaft verloren ging, vergrößerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 auf 8,3 Millionen Hektar, wie der von Forschungsorganisationen und Verbänden veröffentlichte Waldzustandsbericht zeigt. 2022 waren demnach 6,6 Millionen Hektar Wälder verloren gegangen.
Dabei hatten sich unter anderem mehr als 140 Länder auf der UN-Klimakonferenz 2021 in Glasgow verpflichtet, die globale Waldzerstörung bis 2030 zu stoppen. 350 Millionen Hektar geschädigter Landschaften und Wälder sollen bis dahin eigentlich wiederhergestellt werden. Doch könne bisher keine nennenswerte Trendwende festgestellt werden, hieß es in dem Bericht.
Im Jahr 2024 lag die weltweite Abholzung demnach um 3,1 Millionen Hektar über dem Höchstwert, der zur Erreichung des Ziels für 2030 erforderlich gewesen wäre. Häufigster Grund für Entwaldung ist die Landnutzung durch Landwirtschaft. „Ein weiterer wichtiger und zunehmend bedeutender Faktor ist jedoch der Bergbau und die Gewinnung von Gold, Kohle und zunehmend auch von Metallen und Mineralien, die für die Umstellung auf erneuerbare Energien benötigt werden“, erklärte Matson.
Agrarnutzung, Straßenbau oder Brennholzsammlung: Besonders alarmiert zeigen sich die Experten über den Zustand der Tropenwälder. Selbst eigentlich abgelegene und unberührte Wälder hätten großen Schaden genommen. In Lateinamerika, Asien, Afrika und Ozeanien östlich von Australien hätten verheerende Brände 6,73 Millionen Hektar verwüstet.
Vielfach seien die Brände absichtlich gelegt worden. Die Zerstörung durch Waldbrände hätten allein in den Ländern des Amazonasgebiets mehr Treibhausgas ausgestoßen als ein Industrieland wie Deutschland insgesamt in einem Jahr. Die Menge, 791 Millionen Tonnen Kohlendioxid und entsprechende Gase, sei siebenmal so groß wie in den zwei Vorjahren jeweils im Schnitt.
„Die Kluft zwischen Verpflichtungen und Realität wird jedes Jahr größer, mit verheerenden Auswirkungen auf Menschen, Klima und Wirtschaft“, sagte Matson.
„Die Waldschädigung – einschließlich der verheerenden Auswirkungen von Waldbränden – bringt die Wälder näher an einen gefährlichen Kipppunkt“, erklärte der dortige Experte für Biodiversität, Ivan Palmegiani. Der Bericht („Forest Declaration Assessment“) wird seit 2015 jährlich von zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschern herausgegeben.
