
Behörden ermitteln
Drohnen spähten wohl kritische Infrastruktur aus
Aktualisiert am 01.10.2025 – 08:49 UhrLesedauer: 2 Min.
In der vergangenen Woche flogen unautorisierte Drohnen über Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Behörden vermuten dahinter Spionage.
In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern prüfen die Behörden mehrere Drohnensichtungen über sicherheitsrelevanten Einrichtungen. Nach Informationen des „Spiegel“ könnten die unbemannten Flugobjekte gezielt eingesetzt worden sein, um kritische Infrastruktur zu vermessen. Die Landespolizei ermittelt wegen des Verdachts auf Spionage.
Ein interner Vermerk von Sicherheitsbehörden, auf den sich der „Spiegel“ beruft, beschreibt mehrere koordinierte Drohnenflüge am vergangenen Donnerstagabend. In Kiel seien unter anderem das Küstenkraftwerk, das Universitätsklinikum sowie das Landeshaus – Sitz des schleswig-holsteinischen Landtags – überflogen worden. Auch über dem Gelände der Marinesparte von Thyssenkrupp und entlang des Nord-Ostsee-Kanals wurden Drohnen beobachtet. Dem Bericht zufolge flogen die Geräte in parallelen Bahnen – laut Sicherheitskreisen ein Hinweis auf systematische Vermessungsflüge.
Besonders auffällig sei ein „Drohnenverbund mit Mutterdrohne“ über dem Universitätsklinikum gewesen. Weitere Formationen seien über dem Nord-Ostsee-Kanal und der Kieler Förde gesichtet worden, darunter eine große, stationäre Drohne.
Die schleswig-holsteinische Landesregierung informierte bislang nur zurückhaltend über den Vorfall. Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) bestätigte auf Anfrage des „Spiegel“, dass wegen Spionageverdachts ermittelt werde. Sie nannte jedoch keine Details zu den betroffenen Objekten oder Flugrouten.
Nicht nur in Schleswig-Holstein gab es dem Bericht nach entsprechende Vorfälle: Auch über dem Bundeswehrstandort Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern sowie über dem Marinekommando in Rostock seien am Donnerstag und Freitag verdächtige Drohnen gesichtet worden.
Was genau hinter den Flügen steckt, ist bislang unklar. Die Ermittlungen dauern an. Ob ein Zusammenhang zwischen den verschiedenen Sichtungen besteht, ist ebenfalls noch offen.
Zur kritischen Infrastruktur zählen unter anderem Energieversorger, Gesundheitseinrichtungen und militärische Anlagen. Diese gelten als besonders schützenswert, da ein Ausfall oder eine Störung weitreichende Folgen für die öffentliche Sicherheit haben.
Behördliche Maßnahmen gegen unerlaubte Drohnenflüge wurden in den vergangenen Jahren bundesweit verstärkt. Die Bundesregierung arbeitet an einer weiteren Verschärfung der gesetzlichen Regelungen.












