Nicht nur ihr Arbeitsumfeld begeistert sie, auch ihre Rolle als Personalleiterin macht Juliane Spaß. Ihre feste Überzeugung, dass Diversität für eine gesunde und produktive Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist, passt zu den Notwendigkeiten ihres Berufs: Frauen in Führungspositionen sind bei den Vereinten Nationen die Norm. Und es ist eine Selbstverständlichkeit, dass Menschen aus Afrika, Asien und Europa in einem Büro zusammenarbeiten. Sprachenvielfalt ist Alltag. Als Leiterin der Personalabteilung soll sich Juliane ausdrücklich um eine ausgewogene geografische Verteilung der Belegschaft und „eine gute Mischung aus allem“ bemühen. Diversität ist das, worum es in ihrem Job geht.

Es geht um mehr als nur die Förderung von Frauen

Juliane Drews unterstützt dies voll und ganz. Sie bezeichnet sich selbst als Feministin und sieht darin ausdrücklich mehr als nur die Förderung von Frauen – es geht um die Machtverteilung und den Zugang zu Ressourcen. Für Juliane ist Feminismus eine Weltanschauung und ein Weg, die Gesellschaft gerechter zu machen. Daher ist es kaum verwunderlich, dass sie sich für die feministische Außen- und Entwicklungspolitik der Bundesregierung seit 2023 einsetzt. Im Sinne dieser Philosophie wünscht sie sich eine stärkere Führungsrolle Deutschlands in den Vereinten Nationen – und zwar eins auf Werten, bei denen es um Ergebnisse geht und nicht darum, „an der Spitze zu glänzen“.

Auf die Frage, ob solche Ideale vielleicht nicht die harte Realität oder die heutigen Machtstrukturen widerspiegeln, antwortet sie: „Ich komme aus Ostdeutschland und habe miterlebt, wie auch ohne Gewalt eine bessere Situation herbeigeführt wurde.“ Aufgrund dieser persönlichen und historischen Erfahrung der friedlichen Revolution von 1989, die letztlich zur deutschen Wiedervereinigung führte, blickt sie tendenziell optimistisch in die Dinge. Sie glaubt an die Kraft der Veränderung, wie ihre Biografie bezeugt.

In Indien möchte sie Land und Leute kennenlernen, ihren Job gut machen und Veränderungen anstoßen – und wieder Radpolo spielen. Sie liebt diesen ungewöhnlichen Sport und betreibt ihn, wann immer sie kann, auch auf Wettkampfniveau. Ob in Neu-Delhi auch Fahrradpolo gespielt wird, hat sie noch nicht herausgefunden. Sie hatte einfach keine Zeit. Aber natürlich ist sie optimistisch. Und wenn nicht, „dann müssen wir einfach einen Verein gründen“.

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