Dass er zu diesem „relevanten Faktor“ im Landesverband NRW gehört, daraus macht Lensing auch außerhalb der sozialen Netzwerke kein Geheimnis. Die von ihm erst am vergangenen Wochenende im Kommunalwahlkampf zitierten Sätze von Höcke stammen aus einer Rede des AfD-Rechtsaußens aus dem Jahr 2018 beim Kyffhäuser-Treffen, damals die zentrale jährliche Zusammenkunft des „Flügels“. Höcke skizzierte dort seine Agenda für die Innen- und Migrationspolitik, kritisierte den damaligen Innenminister Horst Seehofer (CSU) als rückgratlos und versprach „hundertprozentige Kompromisslosigkeit“.
„Heute lautet die Frage: Schaf oder Wolf. Und ich – nein – wir entscheiden uns in dieser Lage, Wolf zu sein“, sagte Höcke da auf dem Podium vor einer großen Deutschlandflagge. Er kritisierte eine „vom Establishment korrumpierte Polizeiführung“ und forderte: „Geben wir unseren Polizisten gute Argumente, sich gegen die bunten Demokratiefeinde durchzusetzen. In dieser Zeit ist nicht Ruhe, in dieser Zeit ist Mut, eine berechtigte Portion Wut und vor allem ziviler Ungehorsam die erste Bürgerpflicht.“ Wo Unrecht zu Recht werde, werde Widerstand zur Pflicht.
Lensing ist seit 1997 Polizist und war zuletzt laut eigener Aussage bei der Kriminalpolizei in Duisburg im Bereich „Bekämpfung der organisierten Kriminalität“ tätig. Seit 2019 ist er Mitglied der AfD. Im März 2025 zog er für die AfD NRW über die Landesliste in den Bundestag ein, seither sitzt er für die Partei im Ausschuss für Innenpolitik. Er ist zudem Mitglied im Landesvorstand der AfD NRW. Lensing wird als ein möglicher Anwärter auf die Nachfolge von AfD-Landeschef Martin Vincentz gehandelt.
Im Bundestagswahlkampf warb Lensing stark für sich mit seiner Erfahrung als Polizist. In Bürgerdialogen äußerte er sich vor allem aus seiner Perspektive als Polizist und speziell zur inneren Sicherheit. Mehrfach unternahm das Alternativmedium „Hallo Meinung“ Rundgänge mit ihm durch Brennpunktbezirke in Duisburg. Auch dort äußerte er sich ausführlich als „Kripobeamter“.
