Minister Wildberger vor Gipfel in Berlin
„Wir sind bereit zu handeln“
Aktualisiert am 17.11.2025 – 18:55 UhrLesedauer: 2 Min.
Europa ist auf vielen Feldern abhängig von den USA und steht deswegen zunehmend unter Druck. Ein Gipfel an diesem Dienstag soll das ändern.
Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) dringt vor dem Gipfel für digitale Souveränität auf Reformen und rasches Handeln auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz. „Das weltweite Rennen um Künstliche Intelligenz läuft auf Hochtouren“, sagte Wildberger t-online. „Europa muss jetzt die Weichen für eine eigene, souveräne digitale Zukunft stellen.“
Der Gipfel in Berlin zeige, dass Europa die entscheidenden Talente und Unternehmen habe, um Schlüsseltechnologien zu entwickeln und zu gestalten. „Gemeinsam mit Frankreich und unseren europäischen Partnern wird Deutschland eine starke Stimme für digitale Reformen sein – und dafür sorgen, dass Europa vom Reden ins Handeln kommt“, so Wildberger. „Innovation wartet nicht: Tempo und Skalierung entscheiden, wer führt – und wir sind bereit zu handeln.“
An diesem Dienstag treffen sich rund 900 Teilnehmer, darunter Digitalminister und Fachleute aus Wirtschaft und Forschung, zum Europäischen Gipfel zur Digitalen Souveränität. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben ihr Kommen angekündigt.
Das Thema „Souveränität“ steht auch wegen der zweiten Amtszeit von Donald Trump in den USA weit oben auf der politischen Agenda. Die Abhängigkeit Europas von US-Servern und -Unternehmen ist groß, deutsche Betriebe sind alarmiert. Laut einer Studie des Branchenverbands Bitkom aus dem Frühsommer sehen rund 80 Prozent der befragten Führungskräfte und Fachleute die enge Bindung an amerikanische Cloud-Anbieter kritisch.
Verschiedene Gesetze erlauben US-Geheimdiensten und -Ermittlungsbehörden den Zugriff auf Daten, die von US-Unternehmen in Clouds auch außerhalb der USA gespeichert sind. Das stellt deutsche Behörden vor Probleme: Die Bundespolizei beispielsweise nutzt die Amazon Web Services Cloud für die Speicherung von Aufzeichnungen aus den Bodycams ihrer Beamten.
Aus der Bundesregierung heißt es, der Gipfel richte sich nicht gegen die USA. Gleichwohl geht es bei dem Treffen in Berlin darum, diese Abhängigkeit zu reduzieren, europäische Alternativen zu schaffen, neue Kooperationen in Europa zu stiften und Gelder zu erschließen.
„Europa muss lernen, seine besten Ideen gemeinsam groß zu machen – über Grenzen hinweg“, forderte Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des „Bundesverband Deutsche Startups“, vor dem Gipfel. Das bedeute mehr Investitionen in europäische Technologien, faire Wettbewerbsbedingungen für Start-ups sowie einen stärkeren europäischen Binnenmarkt, der Innovation beschleunigt.
Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) dringt auf politische Reformen, damit europäische Unternehmen ihren Rückstand aufholen können. Die Botschaft, die von dem Treffen ausgehen müsse, laute: „Europa erkennt seine Schwächen und wird sie strategisch angehen“, sagte BDI-Präsident Peter Leibinger der Deutschen Presse-Agentur.












