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Die Europäische Investitionsbank-Gruppe (EIB) hat bestätigt, dass sie das Projekt der Europäischen Kommission zur Schaffung großer „Gigafabriken“ für künstliche Intelligenz in der gesamten Europäischen Union unterstützen wird.
Die Vereinbarung wurde am Donnerstag in Brüssel von der Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission für Technologie Henna Virkkunen, der EIB-Präsidentin Nadia Calviño und der stellvertretenden CEO des Europäischen Investitionsfonds Merete Clausen unterzeichnet.
Ziel ist es, die Entwicklung der riesigen Rechenzentren zu beschleunigen, die zum Trainieren fortschrittlicher KI-Modelle erforderlich sind.
„Die EU ist entschlossen, weltweit führend in der künstlichen Intelligenz zu werden“, sagte Virkkunen. „Diese Gigafabriken werden das Rückgrat der künftigen KI-Infrastruktur Europas bilden. Gemeinsam mit der EIB-Gruppe setzen wir das starke Interesse der Industrie in konkrete Projekte um, die Europas langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern.“
Die Zukunft bauen
Die Partnerschaft baut auf der InvestAI-Initiative der EU auf, die Anfang des Jahres von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen angekündigt wurde. Der Plan zielt darauf ab, 200 Milliarden Euro an KI-Investitionen in ganz Europa zu mobilisieren, wovon 20 Milliarden Euro in den Bau von vier bis fünf KI-Gigafabriken im Rahmen eines öffentlich-privaten Partnerschaftsmodells fließen sollen.
Der Plan würde es kleinen Unternehmen und Start-ups ermöglichen, auf große Rechenleistung zuzugreifen, um zukünftige KI-Technologien zu entwickeln und so die Kapazitäten der EU zu stärken.
Es wird erwartet, dass rund 70 % der Mittel von privaten Investoren stammen, die restlichen 30 % aus öffentlichen Quellen.
Jede Gigafabrik wird voraussichtlich rund 100.000 KI-Chips beherbergen und ist damit etwa viermal größer als die KI-Fabriken, die derzeit in der EU errichtet werden.
Virkkunen sagte, dass diese Chips vorerst hauptsächlich von außerhalb der Union, hauptsächlich aus den Vereinigten Staaten, gekauft werden, da Europa sie noch nicht in großem Maßstab produziert.
Die EU versucht, bei KI-Investitionen mit der globalen Konkurrenz gleichzuziehen, ein Bereich, in dem andere Regionen der Welt Europa zunehmend übertreffen.
Anfang des Jahres kündigte US-Präsident Donald Trump ein Joint Venture mit den Technologieunternehmen Stargate, OpenAI, Oracle und Softbank an, um Milliarden von Dollar in die KI-Infrastruktur zu investieren.
Das Joint-Venture-Team wird ein separates Unternehmen gründen, sofort 100 Milliarden US-Dollar (96 Milliarden Euro) bereitstellen und die Investition in den kommenden vier Jahren auf bis zu 500 Milliarden US-Dollar (480 Milliarden Euro) erhöhen.
