
Dabei helfen, dass Uščins sich auch bis Turnierende frisch fühlt, könnte im Übrigen auch Franz Semper. Der Leipziger soll ihn vorwiegend in der Defensive entlasten und Uščins so mehr Energie für seine offensiven Aufgaben geben. Bei der WM im vergangenen Jahr machte Semper verletzungsbedingt nur ein Spiel. In diesem Jahr dürfte deutlich mehr drin sein. Und damit wächst die Hoffnung des DHB-Teams auf einen Uščins in Olympiaform.
Einmal mehr im Rampenlicht stehen wird bei der EM natürlich auch Juri Knorr. Der deutsche Spielmacher wechselte im vergangenen Sommer aus der Bundesliga zum dänischen Topklub Aalborg. Der Transfer erlaubte es dem 25-Jährigen, weiter auf internationalem Topniveau zu agieren und sich gleichzeitig zumindest etwas dem Scheinwerferlicht der deutschen Öffentlichkeit zu entziehen, unter dem er in der Vergangenheit so häufig litt.
Und tatsächlich: In Dänemark wusste Knorr bislang zu überzeugen, manche Beobachter sprachen sogar vom besten Juri Knorr aller Zeiten. Er selbst wollte so weit nicht gehen, wusste aber auch die positiven Seiten seines Vereinswechsels zu betonen: „Es hilft, wenn man in ein neues Umfeld kommt, in so einen Verein, wo man sich anpassen muss und umgeben ist von sehr guten Spielern.“ Er fühle sich mental durchaus sicherer als noch vor einigen Jahren, so Knorr weiter. „Es ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man weiß, man kann auch in so einer Mannschaft mithalten und etwas dazu beitragen, Spiele zu gewinnen.“
Für Bundestrainer Alfreð Gíslason und sein Team bleibt also nur zu hoffen, dass Knorr auch körperlich fit bleibt. Bei der WM im vergangenen Jahr verpasste er aufgrund einer Erkrankung mehrere Spiele, war auch nach seiner Rückkehr in den entscheidenden Duellen nur begrenzt einsatzfähig – einer von vielen Gründen für das enttäuschende Abschneiden. Ein selbstbewusster und fitter Knorr könnte in diesem Jahr hingegen auch gegen absolute Top-Gegner den Unterschied machen.
Das Hauptproblem der deutschen Mannschaft: Von diesen absoluten Top-Gegnern wird sie bei der EM voraussichtlich mehreren begegnen. So viel Hoffnung die verbesserte sportliche Situation dem DHB-Team auch geben mag, die Auslosung treibt ihnen erhebliche Sorgenfalten auf die Stirn.



