
Basketball-EM
Wenn es spät wird, schlagen die Deutschen zu
11.09.2025 – 19:59 UhrLesedauer: 3 Min.
Deutschlands Basketballer machen die K.-o.-Phase der EM zu einer Krimiveranstaltung. Die Comeback-Qualitäten kommen nicht von ungefähr.
Eines hat sich gezeigt im Laufe dieser Basketball-EM. Langweilig wird es mit dieser deutschen Mannschaft nicht. Je länger sie im Turnier ist, desto mehr steht sie offenbar auf Nervenkitzel.
Verlief die Hauptrunde mit fünf klaren Siegen in fünf Partien noch spannungsfrei, erhöhten Dennis Schröder, Franz Wagner und Co. den Zitterfaktor sukzessive. Zwar fiel der Achtelfinal-Erfolg gegen Portugal ähnlich deutlich aus (85:58) wie die Siege in der Gruppenphase, doch darf man nicht vergessen, dass die Partie vor dem Schlussviertel zu kippen drohte, weil der Vorsprung der DBB-Auswahl auf einen Punkt geschmolzen war.
Im Viertelfinale nun der vorläufige Krimi-Höhepunkt gegen Ex-Europameister Slowenien mit dem herausragenden Superstar Luka Dončić, der satte 39 Punkte erzielte und drauf und dran war, das deutsche Team im wahrsten Wortsinn aus dem Turnier zu werfen.
„Das war ein richtig ekliger Arbeitssieg. Die gehören bei solchen Meisterschaften auch dazu“, befand der verletzt zuschauende Moritz Wagner als TV-Experte bei MagentaSport.
„Wir verlieren den Glauben nicht“, sagte dessen Bruder Franz Wagner über den besonderen Geist in der Mannschaft. Und lieferte direkt die Erklärung, woher dieser kommt: „Wir haben schon genug Spiele in wichtigen Momenten verloren, die wir hätten gewinnen sollen. Diese Stachel sitzen noch ein bisschen tief. Daher kommt die Motivation.“
Besonders auf eine Partie aus dem Vorjahr spielte Wagner an: das olympische Halbfinale gegen Frankreich. In der Vorrunde hatte man noch klar gegen die Gastgeber gewonnen, dann folgte das böse Erwachen. Der Goldtraum und nach der Niederlage im Spiel um Bronze auch der Medaillentraum platzten jäh.
Nun kommt es am Freitag (ab 16 Uhr im t-online-Liveticker) in Riga zum Halbfinal-Showdown gegen den finnischen Co-Gastgeber, den Deutschland in der Gruppenphase vor dessen eigenem Publikum in Tampere mit 91:61 demontiert hatte.
Eine Konstellation, die Olympia-Erinnerungen weckt, auch wenn Finnland diesmal nicht vor Heimpublikum spielt. „Der Sieg aus der Vorrunde zählt nicht mehr. Finnland wird das erste Spiel im Kopf haben, sie werden sich revanchieren wollen“, glaubt Center Daniel Theis. „Es ist ein großes Spiel für beide Mannschaften. Wir haben noch zwei Spiele bis zu unserem großen Ziel“, sagte Theis mit Blick auf den angestrebten EM-Titel.












