Deutschland und Indien schmieden Milliarden-Plan

Merz besucht Modi

Deutschland und Indien planen Milliarden-U-Boot-Deal

12.01.2026 – 10:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Deutschland und Indien planen Milliarden-U-Boot-Deal (Symbolbild). (Quelle: picture alliance / Daniel Reinhardt/dpa)

Deutschland und Indien vertiefen im militärischen Bereich ihre Kooperation durch eine neue Absichtserklärung. Ein Milliardenprojekt zum Bau von U-Booten ist in Planung.

Deutschland und Indien wollen ihre Zusammenarbeit im Verteidigungssektor deutlich vertiefen. Während des Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in der indischen Stadt Ahmedabad unterzeichneten die Verteidigungsministerien beider Länder eine entsprechende Absichtserklärung.

Konkrete Verträge wurden zunächst nicht geschlossen. Allerdings plant Indien gemeinsam mit dem deutschen Rüstungskonzern Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) den Bau von sechs U-Booten in Mumbai. Das Projekt hat ein Volumen von rund acht Milliarden Euro. Mit einer formellen Vereinbarung wird in absehbarer Zeit gerechnet, sie könnte den Weg für weitere gemeinsame Rüstungsvorhaben ebnen.

Indien ist nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri derzeit der weltweit größte Importeur von Rüstungsgütern. Zwar bezieht das Land weiterhin einen erheblichen Teil seiner Waffen aus Russland – zwischen 2019 und 2023 waren es 36 Prozent –, doch dieser Anteil nimmt seit Jahren ab. Deutsche Rüstungsexporte könnten dazu beitragen, Indiens Abhängigkeit von Moskau weiter zu reduzieren.

Neben der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit vereinbarten beide Regierungen zahlreiche weitere Projekte. Insgesamt wurden im Umfeld der Gespräche zwischen Merz und Indiens Ministerpräsident Narendra Modi 27 Absichtserklärungen und Ankündigungen unterzeichnet. Sie reichen von Kooperationen beim Abbau seltener Erden über die Förderung des Hockey-Nachwuchses bis hin zur gezielten Anwerbung von Fachkräften für das deutsche Gesundheitssystem.

Die Rekrutierung qualifizierter Arbeitskräfte aus Indien läuft bereits seit mehreren Jahren. Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Inderinnen und Inder in Deutschland zwischen 2015 und 2025 von rund 25.000 auf knapp 170.000. Mit etwa 60.000 Studierenden stellt Indien zudem die größte Gruppe ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen.

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