Vogelgrippe grassiert

Preise steigen: Deutsche Weihnachtsgans wird knapp


16.11.2025 – 09:40 UhrLesedauer: 3 Min.

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Gänse auf einer Wiese: Die Tiere landen bei vielen Menschen an Weihnachten auf dem Teller. (Quelle: IMAGO/Elke Münzel/imago)

Die Vogelgrippe breitet sich rasant in Deutschland aus – mehr als 1,5 Millionen Tiere wurden deshalb getötet. Das könnte Auswirkungen auf den Festtagstisch haben.

Hierzulande gelten die beiden letzten Monate des Jahres traditionell als Gänsezeit. Besonders an Weihnachten kommt bei vielen Menschen Gänsebraten auf den Tisch. Doch in diesem Jahr könnte das klassische Gericht zur Rarität werden. Wegen der Geflügelpest warnt der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) vor einem knappen Angebot und steigenden Preisen.

Mehrere Betriebe hätten die Schlachtung vorgezogen, um einem möglichen Ausbruch der Vogelgrippe zuvorzukommen. Auch aus Polen, dem wichtigsten Importland für Gänsefleisch, sei mit Engpässen zu rechnen. Dadurch könnte es auch zu steigenden Kosten in der Gastronomie kommen, sagt der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga): „Sollte es durch die Vogelgrippe zu einer weiteren Verknappung […] kommen, sind weitere Preiserhöhungen nicht auszuschließen.“

Die Preise für deutsche Gänse im Einzelhandel liegen derzeit laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) bei durchschnittlich 19,30 Euro pro Kilo – das sind 53 Cent mehr als im Vorjahr. Der ZDG rechnet mit Preisen zwischen 18 und 22 Euro pro Kilo. Bei importierten Gänsen beobachtet der Verband eine deutliche Preissteigerung von bis zu 120 Prozent. Polnische Erzeugnisse seien im vergangenen Jahr im Großhandel für 3 Euro und weniger je Kilo angeboten worden.

Die Geflügelwirtschaft hat mit den Auswirkungen der Vogelgrippe zu kämpfen. Die sogenannte Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Wasservögel wie Gänse und Enten betrifft. Sie wird durch das Virus H5N1 ausgelöst und kann sich sowohl direkt durch Kontakt zwischen Tieren als auch indirekt über Kleidung und Futter verbreiten.

Seit September wurden laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bundesweit rund 1,5 Millionen Tiere getötet. Mehr als 100 Ausbrüche in Geflügelbetrieben wurden registriert, allein 63 davon in Niedersachsen. Dort wurden laut Landwirtschaftsministerium etwa eine Million Tiere getötet.

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Quelle: t-online

Das FLI warnt vor einer steileren Entwicklung als im bisherigen Rekordwinter 2020/2021. Die Ansteckungen werden durch Wildvögel getrieben, die sich mit dem Virus infizieren und dann in Kontakt mit freilaufendem Geflügel kommen. Inzwischen gelten deshalb in mehreren Bundesländern Stallpflichten. Der ZDG fordert, diese bundesweit auszuweiten. „Die herbstliche Zugvogelsaison und die hohe Viruslast erhöhen das Risiko zusätzlich“, sagt der Verband t-online.

Doch die Stallpflicht stößt bei Gänsen an ihre Grenzen. So berichtet ein Betrieb aus NRW, der anynom bleiben möchte, auf Anfrage von t-online: „Gänse sind Weidetiere. Eine dauerhafte Stallhaltung stresst sie“.

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