An diesem Mittwoch Ende Februar 2024 hat Elena Romanova Geburtstag. Sie sieht müde aus, aber ihre Augen leuchten, wenn sie spricht. Dies ist ihr zweiter Geburtstag im deutschen Exil. Im März 2022 musste die Journalistin zum zweiten Mal in ihrem Leben ihre Heimat verlassen. Es ist keine Erfahrung, die sie wiederholen möchte. „Heute bin ich 49 Jahre alt geworden – ich kann mir also nicht vorstellen, noch einmal ganz von vorne anzufangen.“

Romanova kommt aus Weißrussland. Sie arbeitete für einen regionalen Fernsehsender in Swetlogorsk, rund 200 Kilometer südlich von Minsk, recherchierte lokale Entwicklungen und berichtete über Infrastrukturprobleme wie Ausfälle der Wasserversorgung. Das reichte aus, um sie bei den Behörden unbeliebt zu machen. Sie wurde gemieden und eingeschüchtert, und ihre Redakteure wurden unter Druck gesetzt, sie zu entlassen, was schließlich auch geschah.

Lange Zeit fühlte sie sich in Russland relativ sicher

Romanova zog 2006 nach Russland, sie war damals Anfang 30. „Die Medien dort waren damals noch liberal. Und Russisch ist meine Muttersprache.“ Sie arbeitete für die Nowaja Gaseta in Rostow am Don. Die Zeitung galt schon immer als kritisch, weil sie sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzt: Ihre Mitarbeiter wurden immer wieder bedroht; Anna Politkowskaja, Journalistin der Nowaja Gaseta, wurde 2006 sogar Opfer eines Attentats. Dennoch fühlte sich Romanowa in Russland relativ sicher.

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