Tom Brady
„Misstrauisch und paranoid“ – Der ewige Strahlemann zürnt
26.09.2025 – 02:22 UhrLesedauer: 3 Min.
Der ehemalige NFL-Superstar Tom Brady füllt seit seinem Rücktritt mehrere Rollen aus. Und das sorgt zunehmend für Unmut.
Als Tom Brady noch Football spielte, hat er nur wenig falsch gemacht. Siebenmal gewann der Star-Quarterback den Super Bowl, fünfmal war er dabei der MVP. Brady ist der GOAT, der Greatest of All Time. Dass es der ehemalige Spieler der New England Patriots in seiner einzigartigen Karriere mit der ein oder anderen Regel nicht immer genau nahm – etwa im Jahr 2015, als ihm vorgeworfen wurde, vor einem entscheidenden Saisonspiel die Luft aus den Bällen gelassen zu haben – ist fast vergessen.
Brady trat auch nach der „Deflategate“-Affäre stets als Strahlemann auf, er arbeitete hart im Training und überzeugte durch Spitzenleistungen auf dem Spielfeld. Trotz seines Rücktritts aus dem aktiven Sport vor zwei Jahren ist Brady auch nach seiner Profi-Laufbahn nach wie vor allgegenwärtig der National Football League (NFL). Vor allem, weil er inzwischen für den Sender Fox die Spiele kommentiert: Er befindet sich in der zweiten Saison eines Vertrags über zehn Jahre, für den er insgesamt 375 Millionen Dollar erhält.
Doch neuerdings häuft sich die Kritik am größten Footballspieler aller Zeiten. Denn was er während der NFL-Begegnungen ins Mikrofon spricht, kommt nicht bei allen gut an.
Zunehmend kritisch wird Bradys Rolle als TV-Experte innerhalb der Liga gesehen. In der NFL ist es üblich, dass die Kommentatoren vor einem Spiel Hintergrundgespräche mit den Coaches der beiden Teams führen – dabei wird nicht zuletzt über Match-Pläne und Strategien geredet. Dadurch haben die Männer und Frauen am TV-Mikrofron einen Wissensvorsprung gegenüber dem Publikum. Im Normalfall.
Brady darf virtuell an diesen „production meetings“ teilnehmen – aber: Er hat noch einen zweiten Hut auf. Brady ist Miteigentümer der Las Vegas Raiders, und als solcher dürfte er dieses TV-Insider-Wissen nicht haben. Kein Wunder also, dass der Unmut über den Spion zunimmt, denn Brady scheint seine Einblicke als TV-Experte auch für die Raiders zu nutzen.
Brady weist die Kritik in seinem wöchentlichen Newsletter zurück. Er fühle sich dem Sport, der ihm so viel gegeben habe, „moralisch und ethisch“ verpflichtet, schrieb er: „Deshalb ist der Punkt, an dem sich meine Rollen überschneiden, kein Konfliktpunkt, auch wenn Paranoiker und Zweifler das vielleicht glauben mögen.“ Es gebe „kein Dilemma“ durch seine beiden Rollen. Vielmehr säe die allgemeine Unsicherheit, die derzeit in der Welt herrscht, bei den Menschen Argwohn, so der 48-Jährige.
