
Sorge vor Blase
Dax schließt mit großem Wochenminus
21.11.2025 – 19:11 UhrLesedauer: 2 Min.
An den Börsen geht weiter die Angst vor dem Platzen einer KI-Blase um. Der deutsche Leitindex beendet die Woche mit dem tiefsten Stand seit mehreren Monaten.
Ein neuer Erholungsversuch an den US-Börsen hat den Kursrutsch am deutschen Aktienmarkt vor dem Wochenende leicht gebremst. Die Skepsis angesichts hoher Bewertungen im Technologiesektor hat die Anleger aber auch am Freitag nicht losgelassen. Die zwischenzeitliche Erleichterung nach starken Quartalszahlen von Nvidia habe sich als Strohfeuer entpuppt, schrieb Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege vom Broker Robomarkets. Der Dax finde noch keinen Halt.
Nach einem Rutsch bis auf 22.943 Punkte und damit den tiefsten Stand seit Anfang Mai büßte der deutsche Leitindex letztlich noch 0,80 Prozent auf 23.091,87 Zähler ein. Den Wochenverlust weitete der Dax zwar auf 3,3 Prozent aus, doch in der Jahresbilanz bleibt ihm ein Plus von 16 Prozent. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es am Freitag um 0,63 Prozent auf 28.263,82 Punkte bergab.
Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial startete dennoch einen weiteren Erholungsversuch und stieg zum europäischen Handelsschluss um fast ein Prozent. Für den technologielastigen Nasdaq 100 ging es zuletzt rund 0,4 Prozent aufwärts. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,98 Prozent tiefer mit 5.515,09 Punkten. In London ging es dagegen leicht, in Zürich sogar deutlicher nach oben.
Die Aktien von Nvidia blieben vor dem Wochenende unter Druck und in der Folge gaben auch die deutschen Chipwerte nach. Im Dax verlor Infineon 3,7 Prozent, in den hinteren Börsenreihen gehörten Branchenausrüster wie Aixtron und Suss Microtec mit einem Minus von 6,2 beziehungsweise 10,5 Prozent zu den größten Verlierern.
Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Siemens Energy, die wegen des Strombedarfs von Rechenzentren auch als KI-Profiteur gelten. Nach ihrem Vortagsrekord rutschten sie um 10,1 Prozent ab. Die Geschäftsdynamik des Energietechnikkonzerns sei solide, zeige aber gewisse Anzeichen für einen zyklischen Höhepunkt, schrieb Barclays-Analyst Vladimir Sergievskiy.
Auch im Rüstungssektor wurden wieder Gewinne mitgenommen: Für Rheinmetall ging es um 7,2 Prozent bergab. Im MDax sankt Hensoldt um 6,6 Prozent und Renk fiel nach ihrem Kursrutsch wegen enttäuschender Mittelfristziele tags zuvor um weitere 8,4 Prozent. Ein US-Friedensplan im Ukraine-Krieg sieht heikle Zugeständnisse der Ukraine vor und lässt die europäischen Unterstützer bei den Gesprächen an der Seitenlinie.
Zu den wenigen Kursgewinnern gehörte die Deutsche Börse mit einem Plus von fünf Prozent. Die jüngste Volatilität am Aktienmarkt dürfte dem Börsenbetreiber zupasskommen. Auf Wochensicht erholten sich die Aktien um mehr als sechs Prozent und sprangen wieder über die 21-Tage-Linie, einem Indikator für den kurzfristigen Trend.











