Newsblog zu den Unwettern in weiten Teilen Deutschlands: In vielen Regionen beginnen die Aufräumarbeiten, allerdings gibt es in manchen Landesteilen noch keine Entwarnung.
Das Wichtigste im Überblick
Unwetter ziehen über Teile Deutschlands hinweg. Dabei wird der Süden teils schwer getroffen, an einigen Stellen erreichten die Überschwemmungen bereits Jahrhunderthochwasserniveau. Das bedeutet, dass die Pegelhöhe von Gewässern oder die Abflussmenge von Wasser einen Wert erreicht, der statistisch einmal in 100 Jahren erreicht oder überschritten wird. Inzwischen müssen in Bayern und Baden-Württemberg Orte evakuiert werden. Das aktuelle Geschehen im Überblick:
Wie ist die Lage bei Ihnen vor Ort?
Das Unwetter trifft auch Ihre Region? Lassen Sie uns Ihre Eindrücke über WhatsApp (0173/2964435) zukommen. Neben Videos und Fotos können Sie uns auch gerne Erlebtes schildern. Ganz wichtig ist, dass Sie uns mitteilen, wo die Aufnahmen entstanden sind. Wenn Sie namentlich erwähnt werden wollen, nennen Sie uns bitte Ihren Namen.
Ihre t-online-Redaktion aus Berlin.
Pumpwerk an der Donau gerät wegen Dauerbetrieb in Brand
3.45 Uhr: Durch den Dauerbetrieb im Zusammenhang mit dem Hochwasser ist in der Ortschaft Winzer im Landkreis Deggendorf an der Donau ein Pumpwerk in Brand geraten. Grund sei die Überhitzung eines Trafos gewesen, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Niederbayern am Dienstagabend mit. Der Schaden liege in im mittleren fünfstelligen Bereich. Weitere Folgen des Brandes seien nicht bekannt.
Prognose: Weniger Regen – aber keine Entwarnung
2.24 Uhr: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) sind zwar am Mittwoch und Donnerstag Schauer und Gewitter zu erwarten – Starkregen sei aber nur am östlichen Alpenrand wahrscheinlich. Am Dienstag gab es vielerorts blauen Himmel. Auch wenn der Sonnenschein einen anderen Einruck vermittele, könne keine Entwarnung gegeben werden, sagte Söder.
Das Landratsamt Donau-Ries warnte, trotz teils sinkender Pegelstände in den Flüssen könne das Wasser auf freier Flur weiter steigen. „In diesem Zusammenhang wird ausdrücklich davor gewarnt, die Lage vorschnell als sicher einzuschätzen.“
Pegelstände in Passau fallen langsam
1.56 Uhr: Laut Stadt Passau ist hier der Scheitel der Flüsse Donau und Inn erreicht – die Wasserstände fallen leicht. Der Wasserstand der Donau lag am Dienstagabend nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes (HND) bei etwa 9,70 Metern. Normal sind hier Wasserstände von an die sechs Meter. Der Pegelstand am Inn ging von gut sieben Metern auf knapp 6,70 Meter zurück. Es werde davon ausgegangen, dass die Pegelstände in den nächsten Stunden weiter sänken, teilte die Stadt Passau mit. Allerdings werde der Donaupegel langsamer fallen. In Passau kommen die drei Flüsse Donau, Inn und Ilz zusammen.
Oberbürgermeisterin: In Regensburg noch Sorge
1.23 Uhr: Regensburg stehen noch „ein, zwei Tage echte Anspannung, echte Sorge“ bevor, sagte Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) am Dienstag bei einem Besuch von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Dieser will am Mittwoch erneut ins Hochwassergebiet reisen, dieses Mal nach Passau.
Am Vorabend waren in Regensburg Häuser einer Straße an der Donau evakuiert worden, weil bei aufgeweichtem Untergrund die Schutzwände abzurutschen drohten. Durch den hohen Grundwasserstand seien die Böden der Donauinseln „wirklich feucht“, „nass, schwammig“, „wie ein Wackelpudding“, sagte Maltz-Schwarzfischer. „Das heißt, die Lage ist nach wie vor angespannt.“
Für Regensburg meldete der Hochwassernachrichtendienst am Dienstagabend weiter einen Pegelstand von über sechs Metern; normal sind etwa drei Meter. Donauabwärts, in der Drei-Flüsse-Stadt Passau, gilt ebenfalls der Katastrophenfall. Mehrere Straßen und Plätze in Passau sind wegen des Hochwassers gesperrt. Auch über Nacht soll es an den Deichen Wachen geben, um Schäden frühzeitig zu erkennen.
Aufräumen in einigen Landesteilen hat begonnen
0.13 Uhr: In Baden-Württemberg entspannt sich unterdessen die Lage. Dort sind wie in den Hochwassergebieten im westlichen Bayern Aufräumaktionen in Gange. „Von Normalität sind wir aber noch weit entfernt“, sagte etwa eine Stadtsprecherin in der betroffenen Gemeinde Ebersbach an der Fils. Vielerorts waren wie in Bayern Anwohner gemeinsam mit Einsatzkräften und Ehrenamtlichen damit beschäftigt, den gröbsten Schmutz von den Straßen zu bekommen, weitere Keller leerzupumpen oder angespülten Unrat zu beseitigen. Teils wurden Container für in der Flut verwüstetes Hab und Gut bereitgestellt.
Im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm wird mit Hochdruck am Wiederaufbau der Stromversorgung gearbeitet. Die Bayernwerke seien mit zahlreichen Mitarbeitern vor Ort, insbesondere im Bereich des beschädigten Umspannwerkes in Reichertshofen, teilte das Landratsamt mit.
