Christoph Kuckelkorn

Karnevals-Präsident nimmt Abschied – auch von großem Traum


19.02.2026 – 16:31 UhrLesedauer: 2 Min.

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Christoph Kuckelkorn, Chef des Festkomitee Kölner Karneval, bei der Lachenden Kölnarena (Archivibild): Nach 21 Jahren tritt Kuckelkorn als Präsident zurück. (Quelle: IMAGO/Christoph Hardt/imago)

Christoph Kuckelkorn wollte selbst einmal Prinz im Kölner Dreigestirn werden. Warum daraus nie etwas wurde und wie er zu Frauen im Kölner Dreigestirn steht.

„Eimol Prinz zo sin, en Kölle am Rhing“, davon träumte schon Wicky Junggeburth in seinem gleichnamigen Lied vor 25 Jahren – und auch der scheidende Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, hatte den Wunsch, einmal Prinz im Kölner Dreigestirn zu sein. Das verriert er der Kölner Lokalredaktion von t-online.

„Das ist in Köln eigentlich ein großes Geheimnis. Aber wir sind ja unter uns: Ja, am Anfang meiner Karriere im Festkomitee stand dieser Wunsch“, erklärte Kuckelkorn im Gespräch. Doch seine Bewerbung wurde damals abgelehnt. Stattdessen wurde ihm zwei Wochen später angeboten, in der Zugleitung mitzuwirken. „Eine andere, sehr verantwortungsvolle Rolle“, wie Kuckelkorn findet.

Die eigene Prinzen-Bewerbung von Christoph Kuckelkorn ist Vergangenheit – die Diskussion um die Ausgestaltung der Traditionsrollen im Kölner Dreigestirn dagegen hochaktuell. Nachdem Köln in der Session 2024/2025 das erste homosexuelle Dreigestirn hatte, stellt sich regelmäßig die Frage nach Frauen im Kölner Dreigestirn, zum Beispiel als Jungfrau.

Kuckelkorn hat dazu eine besondere Meinung: „Männer als Jungfrau im Kölner Karneval sind für mich ein Denkmal gegen die Instrumentalisierung des Karnevals in der NS-Zeit“. Die Jungfrau im Kölner Dreigestirn war bis zur Nazi-Zeit immer ein Mann. Erst die Nazis besetzten die Rolle der Jungfrau mit einer Frau. „Weil Männer in Frauenkleidung nicht gewünscht waren. Nach dem Krieg kehrte man zur traditionellen Besetzung zurück“, so Kuckelkorn.

Grundsätzlich seien Frauen im Dreigestirn jedoch überhaupt kein Problem. „Wir haben ein mehrstufiges Castingverfahren, bei dem Konzept, Persönlichkeit und Unterstützung durch die Gesellschaft zählen. Herkunft, Hautfarbe, Religion, sexuelle Orientierung oder Geschlecht spielen keine Rolle“, betont er.

Allerdings trage das Festkomitee eine hohe Verantwortung. Eine Rolle im Dreigestirn stehe unter enormer öffentlicher Beobachtung – wie man beim rein homosexuellen Dreigestirn gesehen habe. „Da muss man sehr sorgfältig abwägen, wie man die Bewerberinnen unterstützen kann, damit sie mit dem Druck, der auf einem ersten weiblichen Dreigestirn lasten würde, bestmöglich standhalten können“, erklärt er.

Nach 21 Jahren im geschäftsführenden Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval tritt Christoph Kuckelkorn als Präsident zurück. Grund seien neue berufliche Entwicklungen.

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