Für mehr als 3,4 Milliarden Euro
Bundeswehr plant Anschaffung knapp 200 neuer Leopard-Panzer
Aktualisiert am 20.11.2025 – 16:50 UhrLesedauer: 3 Min.
Die Bundeswehr plant Milliardeninvestitionen in neue Leopard-Panzer zur Stärkung ihrer Landstreitkräfte. Erste Fahrzeuge sollen bereits 2026 geliefert werden.
Die Bundeswehr soll in den kommenden Jahren knapp 200 neu entwickelte Leopard-Panzer erhalten. Die ersten 18 sollten sehr schnell kommen, 105 weitere seien im vergangenen Jahr bestellt worden, sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) bei der offiziellen Vorstellung des Leopard 2 A8 genannten Panzermodells durch den Hersteller KNDS in München. Darüber hinaus plant die Bundesregierung nach Worten des SPD-Politikers für das kommende Jahr eine Beschaffungsvorlage für weitere 75 Stück.
Pistorius bezeichnete den neuen Leopard-Panzer sowie die Panzerhaubitze 2000 A4 –beide werden von KNDS gebaut – als „zwei Systeme, die für die Zukunftsfähigkeit unserer Landstreitkräfte unverzichtbar sind“. Sie seien essenziell für das sogenannte Gefecht der verbundenen Waffen. „Sie sind wie Zahnräder eines Uhrwerks. Wenn eines fehlt oder nicht funktioniert, gerät das ganze System in Stocken“, sagte er.
Diese Technologie sei auch „nicht überholt“. „Im Gegenteil, wir wissen: Auch moderne Kriege werden keine reinen Drohnenkriege sein. Souveränes Territorium wird auch in Zukunft mit Panzern, Schiffen, Flugzeugen und nicht zuletzt von Soldatinnen und von Soldaten verteidigt werden müssen“, sagte Pistorius.
Er sprach von einer militärischen Grundwahrheit: „Der Kampfpanzer ist das Rückgrat beweglicher Operation. Er ist allwetterfähig, hochmobil und entscheidend für schnelle Manöver, unterstützt von Artillerie und zukünftig stärker von Drohnen und Drohnenabwehr.“
Es könnten möglicherweise auch noch weitere Bestellungen folgen, doch welche Zahl dem Verteidigungsministerium vorschwebt, sagte Pistorius nicht. „Die Zielgröße, werden Sie verstehen, würde ich gerne für mich behalten.“ Eine Bestellung in einer Größenordnung von 500 oder noch mehr Leopard-Panzern schloss Pistorius aus: „Bis die produziert und geliefert wurden, dann würden wir über das Jahr 2040 vermutlich reden.“ Die bisher bestellten 123 sollen bis 2030 an die Bundeswehr geliefert werden, wie ein Sprecher des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Pistorius forderte von der Rüstungsindustrie insgesamt höheres Tempo und mehr Zuverlässigkeit bei der Lieferung: „So müssen wir darauf bauen können, dass die Industrie vereinbarte Stückzahlen zum vereinbarten Zeitpunkt und zum verabredeten Preis liefert.“ Für den Bund sagte er eine neuerliche Revision des wegen Bürokratie und Trägheit in der Vergangenheit oft kritisierten Beschaffungsamts der Bundeswehr in Koblenz zu, um auch auf der Verwaltungsseite die Abläufe zu beschleunigen. Pistorius betonte jedoch, das BAAAINBw habe den „Tunaround“ bereits geschafft
