
„Ich habe von 13 bis 14 Uhr Tennis gespielt, weil ich den Kopf freibekommen wollte. Ich war die ganze Zeit erreichbar … mein Telefon lief laut. Ich bin danach direkt zurückgegangen und habe weitergearbeitet“, erzählte er der Welt.
Am Sonntag hatte Wegner den Journalisten jedoch eine andere Geschichte erzählt, als er am Vortag mit seinem Aufenthaltsort konfrontiert wurde. „Ich war zu Hause. Ich habe mich buchstäblich in meinem Heimbüro eingeschlossen und von dort aus die Dinge koordiniert“, behauptete er.
Wegner, dessen konservative CDU Berlin in einer Koalition mit den Sozialdemokraten regiert, sieht sich der Kritik von Oppositionsparteien aus dem gesamten politischen Spektrum ausgesetzt.
Tobias Schulze, Fraktionsvorsitzender der linksextremen Fraktion Die Linke im Berliner Landtag, sagte gegenüber POLITICO: „Dass Kai Wegner sich dafür entschieden hat, Tennis zu spielen, anstatt in das Krisengebiet zu reisen, zeugt von mangelnder Verantwortung und mangelndem Einfühlungsvermögen. Herr Wegner muss sich fragen, ob er der Verantwortung seines Amtes gerecht geworden ist.“
Auch die rechtsextreme AfD wetterte gegen den Bürgermeister. Kristin Brinker, Vorsitzende der Berliner Bundestagsfraktion, sagte: „Wer in Krisenzeiten die Freizeit bevorzugt, ist am falschen Ort. Herr Wegner, Sie haben dieses Spiel verloren. Nehmen Sie Ihren Hut.“
Auslöser des Stromausfalls am Samstag war ein Brandanschlag auf ein Stromkabel; Die militante linksextreme Vulkangruppe hat die Verantwortung übernommen. Von dem Ausfall waren etwa 45.000 Haushalte im Süden Berlins betroffen, in denen sowohl wohlhabendere als auch schutzbedürftige Menschen lebten.



