12 Prozent Plus für die Bayer-Aktie an einem Tag: Ein neues Medikament zur Schlaganfall-Prävention zeigt vielversprechende Studienergebnisse. Ein Lichtblick für das Unternehmen – und die Pharmabranche in Deutschland.
Mit diesem Tagesgewinn summieren sich die Zuwächse der Aktie in diesem Jahr auf mehr als 50 Prozent. Zwar ist sie bei 30 Euro immer noch weit weg von alten Höhen wie etwa 140 Euro vor zehn Jahren oder gut 100 Euro vor acht Jahren. Damals hatte Bayer mit der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto und dessen Unkrautvernichter Roundup hohe Risiken eingekauft und sieht sich seitdem Milliarden-Klagen gegenüber. Asundexian könnte nun einen Hoffnungsschimmer nach jahrelanger Forschung darstellen.
Analysten sehen für Bayer daher wieder Potenzial. Drei Milliarden Euro beim Umsatz erwartet Goldman Sachs. J.P. Morgan rechnet immerhin mit einer Milliarde Euro Umsatz. Das wäre nicht so viel wie vor zwei Jahren erhofft und kommuniziert (nämlich fünf Milliarden), aber dafür, dass an Asundexian (außerhalb von Bayer) offensichtlich nur noch Experten geglaubt haben, ist das durchaus positiv. Oder „wegweisend“, wie Goldman Sachs es beschreibt.
Vor zwei Jahren war die Aktie um 20 Prozent eingebrochen, als genau das Medikament in einer Studie in der wichtigen Phase III nicht die gewünschten Ergebnisse brachte. Denn auf die zählt Bayer beziehungsweise muss darauf zählen: Asundexian soll die Umsatzausfälle vom Vorgänger-Medikament Xarelto ausgleichen. Xarelto hatte verlässlich Milliarden eingebracht, doch das Patent läuft ab.
Weltweit haben rund 12 Millionen Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Innerhalb von fünf Jahren erleidet einer von fünf, die den ersten Schlaganfall überlebt haben, einen weiteren. Die gesundheitlichen Folgen sind beim zweiten Mal noch gravierender. Der Bedarf an einem Medikament zur Prävention ist also groß und wächst durch den demografischen Wandel stetig.
Bayer will nun bei den Gesundheitsbehörden die Zulassung einreichen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA (Federal Drug Administration) hat Asundexian bereits den Fast-Track-Status erteilt. Damit winkt eine beschleunigte Zulassung. Das heißt: Hier wäre binnen sechs Monaten eine Zulassung möglich. Ohne den Status sind es gut und gerne zehn Monate.
