Bahn sperrt erste Strecken bis Anfang Januar
Aktualisiert am 28.12.2023 – 12:28 UhrLesedauer: 28 Min.
Hochwasser in Deutschland: Aufnahmen zeigen die dramatische Lage an Aller, Leine und Oker. (Quelle: dpa)
Kurz vor Weihnachten ist Tief „Zoltan“ über Deutschland gezogen. Nun wird vor Dauerregen gewarnt. Mehrere Regionen sind von Hochwasser betroffen. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Das Wichtigste im Überblick
Angesichts anhaltender Regenfälle und gesättigter Böden bleibt die Hochwassergefahr in Teilen Deutschlands bestehen. In Niedersachsen sorgt das Wasser für eine nie da gewesene „Notlage“ in einem Freizeitpark. Während sich die Lage in manchen Regionen langsam entspannt, bleibt sie in anderen weiter angespannt.
Verspätungen und Zugausfälle bei der Nordwestbahn
12.16 Uhr: Aufgrund der Witterung und den langanhaltenden Regenfällen ist der Zugverkehr in allen Netzen der Nordwestbahn weiter beeinträchtigt. Die Strecke zwischen Bremen Hauptbahnhof und Oldenburg ist am Donnerstag komplett gesperrt, wie die Bahn mitteilte. Grund sei eine witterungsbedingte Störung an einem Stellwerk in Delmenhorst.
Fahrgäste müssen sich nach Angaben der Nordwestbahn auch in den nächsten Tagen auf Verspätungen und Zugausfälle einstellen. Die Bahnverbindung zwischen Oldenburg und Osnabrück sei wegen des Hochwassers voraussichtlich bis Anfang Januar eingeschränkt, sagte eine Sprecherin der Nordwestbahn. „Wir kommen da noch nicht hin.“ Auf der Strecke seien auch noch keine Erkundungsfahrten möglich, um das Ausmaß der Schäden zu begutachten und mit den Reparaturen zu beginnen.
Für die Linie des Regional-Expresses 18 zwischen Wilhelmshaven, Oldenburg und Osnabrück gilt deshalb bis einschließlich 2. Januar ein Ersatzfahrplan. Züge aus Wilhelmshaven fahren nach Angaben der Nordwestbahn vorerst bis Oldenburg, wenden und fahren zurück. Züge aus Osnabrück fahren bis Huntlosen und kehren dort wieder zurück nach Osnabrück. Das Unternehmen bemüht sich um einen Schienenersatzverkehr mit Bussen und bittet Fahrgäste, sich online zu informieren.
Thüringen: Bewohner von Windehausen können zurückkehren
11.45 Uhr: Die Bewohner des wegen Hochwassers evakuierten Ortes Windehausen in Thüringen können in ihre Häuser zurückkehren. Er habe die Anordnung zur Evakuierung am Vormittag aufgehoben, sagte der Bürgermeister Heringens, Matthias Marquardt, der Deutschen Presse-Agentur. Nachdem Stromversorgung und Abwasserentsorgung wieder funktionierten, seien die Gründe für die Evakuierung weggefallen. Die Einwohner des Heringer Ortsteils könnten zurückkehren – zunächst aber weiterhin nur mit Pendelbussen, noch nicht mit eigenen Fahrzeugen.
Anwohner stehlen offenbar Sandsäcke von Deichen
11.03 Uhr: Bei den laufenden Hochwasser-Einsätzen beklagen Feuerwehren den Diebstahl von Sandsäcken. „Sandsäcke, die an Deichen verbaut sind, werden von Anwohnern weggeholt, weil sie selber keine Sandsäcke haben, um ihre Häuser zu schützen“, sagte der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, Karl-Heinz Banse, am Donnerstag in Berlin. Er sprach von vielen Problemen bei den Einsätzen.
„Es gibt Beleidigungen, es gibt Diskussionen mit Betroffenen, warum wird erst in der Straße A begonnen und nicht in der Straße B das Wasser abzupumpen. Warum hat mein Nachbar vorher die Feuerwehr im Keller als ich“, sagte Banse. „Da gibt es viel, viel Streitereien.“ Zudem habe die Feuerwehr mit sehr vielen Schaulustigen zu kämpfen.
Nach Banses Angaben sind seit Heiligabend Tausende Feuerwehrleute in verschiedenen Teilen Deutschlands im Einsatz. „Wir haben eine Hochwasserlage, wie wir sie seit vielen Jahren nicht erlebt haben.“
Hochwasserlage in Hannover bleibt kritisch
10.23 Uhr: Laut Deutschem Wetterdienst soll es in Niedersachsen zunächst nicht mehr viel regnen – doch die Hochwasserlage bleibt auch in Hannover kritisch. In mehreren Landkreisen gilt Katastrophenvoralarm. In der niedersächsischen Landeshauptstadt ist die Ihme über die Ufer getreten. Ein Video auf Instagram zeigt den über die Ufer getretenen Fluss vor dem Betonklotz Ihme-Zentrum mitten in der Stadt. An der Messstation Hannover-Herrenhausen ist seit Tagen die dritte Meldestufe überschritten. Derzeit sind die Pegelstände an den Messstellen zwar stabil, für Silvester werden aber weitere Regenfälle erwartet.
