Kurz nach hundertjährigem Bestehen
Norddeutsche Traditionsbäckerei Hansen Mürwick insolvent
23.11.2025 – 09:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Im vergangenen Jahr feierten sie ihr hundertjähriges Bestehen. Nun ist die Traditionsbäckerei Hansen Mürwick aus Norddeutschland insolvent.
Die Bäckerei Hansen Mürwick ist die nächste Traditionsbäckerei, die binnen weniger Tage Insolvenz angemeldet hat. Trotz des weiterhin laufenden Betriebs ist das norddeutsche Unternehmen mit Sitz in Wees bei Flensburg in wirtschaftliche Schieflage geraten. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Arno Doebert haben insbesondere hohe Investitionen in die Modernisierung sowie gestiegene Energie- und Personalkosten zur finanziellen Überforderung geführt.
Die Bäckerei, die in Flensburg und Umgebung elf Filialen betreibt, war erst im Sommer 2024 vom Unternehmer Hakan Çolak übernommen worden. Das traditionsreiche Unternehmen wurde 1924 gegründet und gilt in der Region als feste Größe.
Trotz der Insolvenz bleibt der Betrieb in allen Filialen zunächst uneingeschränkt geöffnet. Doebert betont, dass das Unternehmen operativ profitabel sei und man nun aktiv nach Investoren suche. „Alle Filialen bleiben vollumfänglich geöffnet“, erklärte der Insolvenzverwalter in einer Mitteilung. Ziel sei es, den laufenden Betrieb zu stabilisieren und eine langfristige Lösung zu finden.
Auch die Löhne der rund 145 Beschäftigten sind durch das sogenannte Insolvenzgeld bis einschließlich Januar 2026 abgesichert. Eine erste Einschätzung des Insolvenzverwalters sieht in der aktuellen Lage gute Voraussetzungen für eine langfristige Fortführung des Betriebs.
Bereits vier Wochen zuvor hatte mit der Stadtbäckerei Nissen ein weiterer regionaler Traditionsbetrieb Insolvenz angemeldet. Beide Bäckereien waren rund ein Jahr vor den Insolvenzen von neuen Eigentümern übernommen worden. Aus Sicht der Landesinnung der Bäcker- und Konditoreivereinigung Nord handelt es sich dabei jedoch um reine Zufälle. Der Vorsitzende Dirk Baumgarten kommentierte die wirtschaftliche Lage der Bäckereien gegenüber der regionalen Presse mit der Vermutung, dass es sich um „hausgemachte wirtschaftliche Schwierigkeiten“ handele.
