Auseinandersetzung bei Zweitliga-Topspiel
Auch Schalke-Fans beklagen hartes Vorgehen der Polizei – die reagiert
21.01.2026 – 16:08 UhrLesedauer: 3 Min.
Beim Topspiel im Berliner Olympiastadion geraten Heimfans und Polizei aneinander. Doch mittlerweile gibt es auch Vorwürfe aus dem Schalke-Lager.
Noch bevor das Topspiel der 2. Bundesliga zwischen Hertha BSC und Schalke 04 am Samstag richtig losging, gab es den ersten Aufreger: eine Auseinandersetzung zwischen der aktiven Hertha-Fanszene und der Polizei. Nachdem die Anhänger in der Anfangsviertelstunde den noch vor zwei Jahren gestorbenen Hertha-Präsidenten Kay Bernstein geehrt hatten, verließen große Teile von ihnen aus Protest die Ostkurve.
Im Anschluss an die Partie beschuldigten sich beide Seiten, die Eskalation provoziert zu haben. Nun sind weitere Anschuldigungen geäußert worden, allerdings weder von der Polizei noch von den Hertha-Fans. Vielmehr haben offenbar auch die Unterstützer des Auswärtsteams von Schalke 04 schlechte Erfahrungen mit der Polizei gemacht. In einem Statement der „Königsblauen Hilfe“, der Schalker-Fanhilfe, heißt es, dass es im gesamten Verlauf des Samstags „zu auffällig aggressivem Verhalten der Berliner Polizeikräfte gegen Fans beider Vereine“ gekommen sei.
Die „Königsblaue Hilfe“ berichtete, dass es im Auswärtsbereich wiederholt zu Fehlverhalten der Polizei gekommen sei. „Bereits am Einlass und während des Spiels trat die Polizei im Gästebereich provokant auf und versuchte, eine Eskalation herbeizuführen.“ Demnach soll sich die Polizei „immer wieder […] stoßend und schubsend Platz durch die Fans gebahnt“ haben. Dazu seien verbale Ausfälle gekommen.
Den negativen Höhepunkt habe es laut der Fanhilfe bei der Abreise gegeben: „Ohne erkennbaren Grund stürmte eine große Anzahl Polizeibeamter in die friedlich abreisende Menschenmenge und drängte Teile dieser in Richtung des Treppenabgangs.“ Hierbei sei bewusst in Kauf genommen worden, dass die Fans die Treppenstufen hinunterstürzten.
Ähnliche Vorfälle hätten sich auf dem Vorplatz des Treppenbereichs wiederholt. Dort sei „gewaltsam vorgegangen“ worden. Zum Abschluss seien die Beamten in kürzester Zeit abgezogen. Aus Sicht der Fanhilfe zeuge das von „einer ziellosen und rein auf Ärger und Übergriffe ausgelegten Einsatztaktik“.
Die Berliner Polizei nahm gegenüber t-online Stellung zu den Vorwürfen. Ganz grundsätzlich stellte sie fest, dass sie als „neutraler Garant der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ agiere und der Lage entsprechende Eingriffe vornehme. „Eine polizeiliche Provokation sowie das dargestellte Vorgehen der Polizeieinsatzkräfte im Gästebereich“ sei der Einsatzleitung nicht bekannt geworden.
