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Auch früher hatte man viel Spaß: Vor der Küste Alexandrias wurde ein altägyptisches Vergnügungsboot entdeckt, das einer Beschreibung des griechischen Historikers Strabo aus dem 1. Jahrhundert entspricht.
Laut The Guardian war das Schiff aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. 35 Meter lang und für den Transport eines zentralen Pavillons mit einer luxuriös ausgestatteten Kabine ausgelegt.
Mit seinen Tempeln, Palästen und dem 130 Meter hohen Leuchtturm Pharos (eines der sieben Weltwunder der Antike) zählte Alexandria einst zu den prächtigsten Städten der Antike.
Das „Partyboot“ wurde vor der inzwischen überschwemmten Insel Antirhodos gefunden, die einst Teil des Portus Magnus (des großen Hafens) von Alexandria war.
Der griechische Geograph, Historiker und Philosoph Strabo (lateinisch: Strabo, ca. 64 v. Chr. bis 24 n. Chr.) besuchte die ägyptische Stadt um 29 bis 25 v. Chr. und schrieb über solche Boote: „Diese Schiffe sind luxuriös ausgestattet und werden vom königlichen Hof für Ausflüge genutzt; ebenso von Scharen von Nachtschwärmern, die von Alexandria aus über den Kanal zu den öffentlichen Festen aufbrechen. Tag und Nacht sind die Boote voller Leute, die Flöte spielen.“ hemmungslos und mit großer Hingabe tanzen.“
Aus dieser Zeit wurde noch nie ein Boot gefunden
Die Ausgrabungen wurden vom Europäischen Institut für Unterwasserarchäologie (IEASM) unter der Leitung von Franck Goddio, Gastprofessor für Meeresarchäologie an der Universität Oxford, durchgeführt.
Goddio sagte gegenüber The Guardian: „Es ist außerordentlich aufregend, weil zum ersten Mal ein solches Boot in Ägypten entdeckt wurde. Diese Boote werden von verschiedenen antiken Autoren erwähnt, zum Beispiel von Strabo, und sie erscheinen auch in der Ikonographie (…). Aber ein tatsächliches Boot wurde bisher noch nie gefunden.“
Er fügte hinzu, dass es sich um ein außergewöhnlich großes Boot handele, was an den gut erhaltenen Holzbalken von etwa sieben Metern Breite zu erkennen sei. Möglicherweise waren mehr als 20 Ruderer erforderlich.
Der Fund lag nur sieben Meter unter der Wasseroberfläche und 1,5 Meter unter dem Sediment.
Eine andere Theorie besagt übrigens, dass es sich bei dem Boot möglicherweise um eine heilige Bark handelte, die zu einem Tempel der ägyptischen Göttin Isis gehörte. Laut Goddio könnte es Teil einer „Seezeremonie zu Ehren der Göttin“ gewesen sein.
Die Untersuchung des Wracks befindet sich noch in einem frühen Stadium. Es könnte neue Erkenntnisse über „Leben, Religion, Luxus und Vergnügen auf den Wasserstraßen des frühen römischen Ägypten“ liefern, fügte der Forscher hinzu. Weitere Hinweise könnten bald die auf dem Boot gefundenen griechischen Graffitis sein, die noch nicht entziffert werden konnten.
