
Arbeitsmarkt in Sachsen
Immer mehr junge Menschen finden keinen Job
10.11.2025 – 08:36 UhrLesedauer: 2 Min.
In Sachsen sind aktuell tausende junge Menschen ohne Job. Die Arbeitslosigkeit bei Jüngeren wächst schneller als in anderen Altersgruppen.
In Sachsen waren im Oktober rund 15.200 junge Erwachsene unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen einen Anstieg um 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr – deutlich mehr als bei der Gesamtarbeitslosigkeit mit 5,8 Prozent Zuwachs.
Jeder zehnte Arbeitslose in Sachsen ist jünger als 25 Jahre. Die Statistik verdeutlicht einen längerfristigen Trend: Im Jahresschnitt lag die absolute Zahl zuletzt nur 2013 höher, als mehr als 16.000 junge Menschen ohne Arbeit waren.
Die Regionaldirektion nennt mehrere Gründe für den Anstieg. Die schwierige wirtschaftliche Lage vieler Betriebe spiele eine zentrale Rolle. Jüngere hätten wegen geringer Berufserfahrung und kürzerer Betriebszugehörigkeit ein höheres Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Bei Auftragsrückgängen sinke zudem die Bereitschaft der Unternehmen, neue Mitarbeiter einzustellen.
Als weiteren Faktor identifizieren die Experten den Zuzug von Flüchtlingen. Der Ausländeranteil unter jungen Arbeitslosen in Sachsen stieg von rund 6 Prozent im Jahr 2015 auf fast ein Drittel (32,1 Prozent) im vergangenen Jahr.
Klaus-Peter Hansen, Chef der Regionaldirektion, betont: „Jugendarbeitslosigkeit hat viele Ursachen – am besten verhindert sie Qualifikation. Eine abgeschlossene Berufsausbildung bleibt der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Und auch wenn der Arbeitsmarkt schwächelt, werden Fachkräfte weiterhin dringend gesucht.“
Besorgniserregend sei, dass in Sachsen jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig aufgelöst wird – mit steigender Tendenz. Die meisten jungen Arbeitslosen haben keinen Berufsabschluss, was ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschlechtert.
Eine Ausbildung bringt auch finanzielle Vorteile. Die Einkommensdifferenz zwischen Tätigkeiten mit und ohne Berufsabschluss liegt laut Regionaldirektion im Schnitt bei rund 500 Euro. Zu Spezialisten mit Meisterbrief oder akademischem Abschluss ist der Unterschied noch größer. Das Fazit der Experten: „Auch wenn der gesetzliche Mindestlohn steigt, bleibt die Berufsausbildung der Schlüssel für gute Arbeitsmarktchancen.“












