AfD-Chefin Weidel kritisiert Trump: „Hat gegen Wahlversprechen verstoßen“

Nach langem Schweigen

Weidel kritisiert Trump: „Er hat gegen ein elementares Wahlversprechen verstoßen“


13.01.2026 – 16:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Alice Weidel: An der AfD-Spitze ist sie für die Verbindungen zu den USA zuständig. (Quelle: Andreas Gora/imago-images-bilder)

Sie mauerten über Tage. Nun hat sich die AfD-Spitze erstmals zur aggressiven Außenpolitik ihres Verbündeten in den USA geäußert.

Mehr als eine Woche lang schwiegen sie, ließen alle Presseanfragen unbeantwortet; an diesem Dienstag dann äußerten sich die AfD-Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla erstmals zum Vorgehen der USA gegen Venezuela und zu den Drohungen gegen Grönland. „Trump hat gegen ein elementares Wahlversprechen verstoßen“, sagte Weidel am Dienstag auf eine Frage eines Journalisten im Bundestag.

Trump habe versprochen, sich „nicht in andere Staaten einzumischen“, so Weidel weiter. „Das muss er seinen eigenen Wähler erklären, das muss man ganz klar sagen.“ Auch außenpolitisch seien solche Interventionen komplex und hätten Konsequenzen, Trump schränke so seine Handlungsspielräume „immer weiter ein“. Es bleibe zu hoffen, dass sich das nicht auf die Friedensverhandlungen im Ukraine-Krieg auswirke.

Chrupalla kritisierte mit Blick auf die US-Außenpolitik „Wildwest-Methoden“, die „abzulehnen“ seien. Allerdings zeige sich nun erneut die Schwäche des Völkerrechts und die Entwicklung von einer unipolaren hin zu einer multipolaren Weltordnung. Venezuela gehöre in dieser Weltordnung zur Einflusssphäre der USA, so „wie die Ukraine zur Einflusssphäre Russlands gehört“.

Auch Weidel setzte das Vorgehen der USA in Venezuela mit dem Vorgehen Russlands in der Ukraine gleich und kritisierte „Doppelstandards“ in den Medien. In Bezug auf Russland habe man nun jahrelang „Gejaule“ gehört, dass Putin gegen das Völkerrecht verstoße. „Jetzt sind Sie plötzlich ziemlich leise, wenn Trump dasselbe tut.“ Als Grund für das Vorgehen der USA gegen Venezuela und Grönland nannte Weidel die Sicherung von Ressourcen.

Die AfD hadert aktuell mit ihrer Positionierung in der Außenpolitik – und das bei mehreren Themen. Im Fall von Venezuela und Grönland ist ebenso wenig eine einheitliche Linie auszumachen wie mit Blick auf die Proteste im Iran.

Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion und ehemalige Bundeswehroffizier, sagte t-online bereits am Montag, die territoriale Zugehörigkeit Grönlands sei von nachrangiger, die Handlungsfähigkeit der Nato jedoch von elementarer Bedeutung. Der Dissens um Grönland dürfe nicht zu einem Bruch des Verteidigungsbündnisses führen.

Der Europapolitiker Maximilian Krah sieht in dem Konflikt eine „einmalige Chance“, wie er t-online sagte. „Raushalten“ solle sich Deutschland aus dem Konflikt zwischen Nato-Partnern und „best friend Amerikas“ in Europa werden.

Das US-Militär hatte Anfang Januar Ziele in der venezolanischen Hauptstadt Caracas angegriffen und dabei in einer Kommandoaktion Präsident Nicolás Maduro festgenommen. Er wurde in die USA gebracht, wo er sich wegen angeblicher Drogendelikte vor Gericht verantworten muss.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um den langfristigen Besitz von Grönland geht. „Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht“, sagte er. Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner – darunter Deutschland – vehement zurück.

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