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Finanzen

Weltgrößte Reedereien stoppen Fahrten durchs Rote Meer

wochentlich.deBy wochentlich.de16 Dezember 2023Keine Kommentare4 Mins Read
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Weltgrößte Reedereien stoppen Fahrten durchs Rote Meer
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Nach Attacken der Huthi-Rebellen im Jemen stoppen die mehrere Reedereien ihren Containertransport durchs Rote Meer. Das könnte Folgen haben.

Nach den jüngsten Angriffen auf Frachtschiffe im Roten Meer setzen mehrere bedeutende Reedereien ihre Containerfahrten durch das Rote Meer aus. Dazu gehören die weltweit größte Container-Reederei MSC, Deutschlands größte Reederei Hapag-Lloyd und die zweitgrößte Reederei der Welt A.P. Moller-Maersk.

Laut der in der Schweiz ansässigen Mediterranean Shipping Compnany (MSC) reagiere man damit auf den Angriff einer seiner Frachter. Huthi-Rebellen im Jemen hatten nach eigenen Angaben vom Freitag die unter liberianischer Flagge fahrende „Palatium III“ mit einer Drohne in der Straße von Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres angegriffen. MSC erklärte, auf dem Schiff sei ein Brandschaden entstanden, es müsse repariert werden. Besatzungsmitglieder seien nicht verletzt worden.

Drohnenabschüsse über Rotem Meer

In London teilte der britische Verteidigungsminister Grant Shapps mit, dass das Kriegsschiff „HMS Diamond“ eine mutmaßliche Angriffsdrohne abgeschossen habe, die auf Handelsschiffe im Roten Meer zielte. „Eine Sea Viper-Rakete wurde abgefeuert und hat das Ziel erfolgreich zerstört“, schrieb er auf X. Am Freitag waren auch weitere Angriffe auf Frachter in der Region gemeldet worden, darunter auf ein Schiff der deutschen Hapag-Lloyd.

Auch ein Zerstörer der US-Marine hat im Roten Meer am Samstag mehrere Drohnen angegriffen, die nach US-amerikanischen Angaben aus einem von Huthi-Rebellen kontrollierten Gebiet im Jemen gestartet worden sein sollen. Das zuständige Regionalkommando des US-Militärs teilte auf X (ehemals Twitter) mit, am Morgen 14 Drohnen über dem Roten Meer abgeschossen zu haben. Es habe keine Verletzten oder Schäden gegeben.

Tagelanger Umweg: Reedereien leiten Schiffe um

MSC kündigte an, einige Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas herumzuleiten. Dadurch verlängern sich die Fahrtzeiten von Schiffen, die für die Durchfahrt durch den Suezkanal gebucht waren, um einige Tage. Dies kündigte ebenfalls die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk an: „Nach dem Beinahe-Unfall mit der Maersk Gibraltar gestern und einem weiteren Angriff auf ein Containerschiff heute haben wir alle Maersk-Schiffe in der Gegend, die die Bab al-Mandab-Straße passieren sollen, angewiesen, ihre Fahrt bis auf Weiteres zu unterbrechen“, so das Unternehmen.

Demnach wurde das Schiff Maersk Gibraltar auf dem Weg von Salalah, Oman, nach Jeddah, Saudi-Arabien, von einer Rakete angegriffen. Die Huthis hatten behauptet, sie hätten eine Militäroperation gegen ein Maersk-Containerschiff durchgeführt und es direkt mit einer Drohne getroffen. Auch ein deutsches Schiff von der Reederei Hapag-Lloyd wurde am Freitag im Roten Meer attackiert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Unternehmen könnte Auswirkungen auf Handel haben

Maersk sagte, das Unternehmen sei zutiefst besorgt über die stark eskalierte Sicherheitslage im südlichen Roten Meer und im Golf von Aden. „Die jüngsten Angriffe auf Handelsschiffe in der Region sind alarmierend und stellen eine erhebliche Bedrohung für die Sicherheit der Seeleute dar“, hieß es in der Erklärung. Erst am Freitag hatten sich die Rebellen zu Angriffen auf zwei Handelsschiffe bekannt.

Der Schritt von Maersk könnte sich auch für Verbraucher bemerkbar machen: Die dänische Reederei A.P. Moller-Maersk war bis vor Kurzem noch die größte Reederei der Welt. Die 685 Schiffe besitzen eine Kapazität von 4,149 Millionen TEU. Doch auch die deutsche Reederei Hapag-Lloyd gehört zu den wichtigsten Reedereien der Welt: Sie ist die fünftgrößte weltweit und die größte Reederei Deutschlands.

Der Suezkanal, der das Rote Meer und das Mittelmeer verbindet, gilt zudem als wichtigster Handelsseeweg der Welt, da er die kürzeste Verbindung auf dem Seeweg von Asien nach Europa ist. Etwa zehn Prozent des gesamten Welthandels laufen daher über das Rote Meer. Mit seiner Nähe zur jemenitischen Küste und damit zu den Huthi-Rebellen ist er seit dem Ausbruch des Krieges in Nahost am 7. Oktober jedoch für die zivile Schifffahrt immer gefährlicher geworden. Die USA hatten die Bundesregierung darum vor wenigen Tagen gebeten, die US-Zerstörer im Roten Meer mit der deutschen Marine zu unterstützen – eine Bitte, die die Bundesregierung nun prüft. Mehr dazu lesen Sie hier.

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