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Größte Kryptobörse Binance offenbar gehackt

wochentlich.deBy wochentlich.de30 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Transaktionen gestoppt

Milliardendiebstahl bei Kryptobörse Binance


30.10.2026 – 02:43 UhrLesedauer: 3 Min.

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Ein Binance-Logo auf einem Smartphone-Screen: Die Krypo-Börse ist unter Druck geraten. (Symbolbild) (Quelle: IMAGO/Thomas Fuller/imago)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Auffällige Transaktionen bei Binance im Milliardenwert: Gründer Changpeng Zhao spricht von einem Hackerangriff.

Bei einer Transaktion auf der Kryptobörse Binance sind am Donnerstagabend gegen 21.14 Uhr 167.464 Ether-Coins (ETH) im Wert von rund 388 Millionen US-Dollar abgeflossen, außerdem weitere Token, darunter Stablecoins der Marke Tether (USDT) für rund 1,6 Milliarden Dollar. Empfänger war eine Adresse, die erst wenige Stunden vorher angelegt worden war. Ihr Startguthaben stammte aus dem Krypto-Mixer Tornado Cash, über den sich Geldflüsse verschleiern lassen. Für Analysten ist das ein typisches Muster von Angriffen. Binance hat von zwei Milliarden Dollar gesprochen, die aus verschiedenen Wallets abgezogen wurden.

Schadensausmaß noch unklar

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich derzeit nicht sicher sagen. Die Schätzungen gehen weit auseinander, je nachdem, welche Wallets und Vermögenswerte einbezogen werden: Sie reichen von rund 2,8 Milliarden bis zu etwa sechs Milliarden US-Dollar. Selbst der untere Wert läge deutlich über dem bisherigen Rekord. Im Februar 2025 hatten Angreifer bei der Börse Bybit rund 1,5 Milliarden Dollar erbeutet.

Binance meldete sich auch auf X zu Wort: „Wir arbeiten ununterbrochen daran, dieses Problem zu beheben. Binance wird alle Verluste übernehmen. Als Vorsichtsmaßnahme sind alle Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt, während unser Team Sicherheitsüberprüfungen durchführt, Gelder sperrt und mit den Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeitet.“ Die Gelder der Nutzer seien sicher sicher.

Ersten Analysen zufolge nutzte der Angreifer eine Funktion von Ethereum, mit der Wallets vorübergehend erweiterte Befehle ausführen können. Über offenbar unberechtigt erteilte Freigaben soll er so Zugriff auf mehrere Binance-Wallets bekommen haben. Ob Binance selbst Fehler gemacht hat und wie der Angreifer an die Freigaben kam, ist bislang offen.

Die Branche reagierte innerhalb weniger Stunden:

  • Stablecoins eingefroren: Tether sperrte mehr als 1,56 Milliarden USDT. Circle, der Herausgeber des Stablecoins USDC, fror rund 823 Millionen Dollar ein.
  • Weitere Sperren: Laut Binance-Mitgründerin Yi He haben auch Ripple und World Liberty Financial Vermögenswerte blockiert.
  • Aave: Die Kreditplattform setzte Berichten zufolge ihre Lending-Märkte aus.

Ein großer Teil der Beute ist damit vorerst blockiert, aber nicht alles. Rund 195.000 ETH liegen weiter beim Angreifer, und anders als Stablecoins kann Ether niemand zentral einfrieren. Beobachter rechnen deshalb damit, dass der Angreifer versucht, diese Bestände über bestimmte Webseiten oder dezentrale Börsen zu verwischen.

CZ: „Sieht nach einem Hack aus“

Binance selbst hat bislang nur von einem möglichen Sicherheitsvorfall gesprochen. Deutlicher wurde Gründer Changpeng Zhao. Auf X schrieb er: „Es sieht nach einem Hack bei Binance aus.“ Er gehe davon aus, dass alle Nutzergelder ersetzt werden.

Dafür hat Binance einen Notfallfonds: Der SAFU-Fonds („Secure Asset Fund for Users“) wurde 2018 eingerichtet und hält derzeit rund 15.000 Bitcoin, also etwas mehr als eine Milliarde Dollar. Bei den bisher genannten Summen würde er allein den Schaden nicht decken. Wie Binance die Lücke schließen will, ist offen.

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