Defekt auf 1.650 Metern
Hüttenwirt muss bis zu 50 Kilo Lebensmittel zu Fuß transportieren
Aktualisiert am 28.10.2026 – 12:51 UhrLesedauer: 2 Min.
Keine Fleischgerichte mehr, kaum noch Brotzeiten: Auf einer beliebten Berghütte in Bayern ist die Speisekarte geschrumpft. Der Grund liegt 400 Höhenmeter tiefer.
Bis zu 50 Kilogramm auf dem Rücken, 400 Höhenmeter vor sich: Für Hüttenwirt Andreas Hauber beginnt die Arbeit derzeit mit einer schweißtreibenden Wanderung. Weil die Materialseilbahn zur Tegernseer Hütte in Bayern defekt ist, müssen er und seine Helfer Lebensmittel, Wasser und Brennholz selbst auf den Berg hinauftragen. „Deshalb ist bis auf Weiteres unsere Speisekarte leider sehr stark eingeschränkt“, heißt es auf der Webseite der Hütte.
„Ich gehe fast jeden Tag runter und wieder hoch“, erzählt der 46-Jährige der Münchner „Abendzeitung“. Etwa eine Stunde braucht er mit seinem schweren Gepäck für den Aufstieg von der Buchsteinhütte. Normalerweise transportiert die Seilbahn den Nachschub über die letzten 400 Höhenmeter. Einen Fahrweg gibt es nicht: Die Tegernseer Hütte liegt zwischen den Gipfeln von Roß- und Buchstein und trägt wegen der exponierten Lage den Spitznamen „Adlernest“.
- Spezielle Gäste: Alpen-Wirtin wird wütend
Bis zu 50 Kilogramm hat Hauber bereits auf einmal geschleppt. Meist seien es zwischen 20 und 30 Kilo, sagt er. Besonders mühsam ist der Transport von Mineralwasser, denn auf der Hütte gibt es kein Trinkwasser.
Tegernseer Hütte: Folgen für die Speisekarte
Die Gäste merken den Ausfall vor allem beim Essen. Fleischgerichte hat Hauber wegen der schwierigen Kühlung gestrichen. Auch die meisten Brotzeiten gibt es nicht mehr – dafür müsste er schlicht zu viel Brot hochtragen. Stattdessen stehen vor allem Suppen und Käsespätzle auf der Karte. Das Frühstück für Übernachtungsgäste ist weiterhin gesichert.
„Es ist kein Weltuntergang, aber natürlich anstrengend“, sagt Hauber der „Abendzeitung“. Freunde, Bekannte und Helfer des Deutschen Alpenvereins packen mit an. Auf der Internetseite der Hütte schreibt die Hüttenmannschaft: „Wir geben uns alle Mühe, Euch dennoch etwas Anständiges anbieten zu können. Wir bitten um Euer Verständnis.“
Inzwischen fallen auf dem Berg bereits die ersten Schneeflocken. Voraussichtlich bis zum 7. November bleibt die Hütte noch geöffnet. Bis zur nächsten Sommersaison soll die rund 60 Jahre alte Materialseilbahn saniert werden. Ob die Hütte wie gewohnt Mitte Mai 2027 öffnen kann, ist allerdings noch unklar. Das hänge davon ab, wann die Seilbahn wieder einsatzbereit sei, so das Team.